»Mentale Gesundheit im Leistungssport: Impulse für die Psychotherapie«
Prof. Dr. Jana Strahler, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Anmeldung zum Vortrag am 02. Juli 2026*
Spitzensport verlangt nicht nur physische Höchstleistungen, sondern konfrontiert Athlet:innen auch mit psychologischen Barrieren, die ihr Potenzial limitieren können. Angst vor Versagen, Selbstzweifel, perfektionistische Tendenzen oder hoher Leistungsdruck wirken subtil, beeinträchtigen Motivation, Konzentration und Leistungsbereitschaft und können langfristig zu Überlastung und Erschöpfung führen. Gleichzeitig zeigen Forschung und Praxis, dass Resilienz, soziale Unterstützung und adaptive Coping-Strategien diese Hindernisse abfedern und Leistungspotenzial freisetzen können. Faktoren wie Selbstreflexion, adaptive Zielsetzung, Emotionsregulation und soziale Unterstützung wirken schützend, indem sie Stress abmildern und Leistungserreichung erleichtern.
Für Psychotherapeut:innen sind diese Dynamiken besonders interessant: Viele der psychologischen Herausforderungen im Spitzensport spiegeln Prozesse, die auch in psychotherapeutischen Kontexten relevant sind – sei es im Umgang mit Leistungsdruck, Selbstkritik, Burnout-Risiko oder der Förderung von Resilienz bei Klient:innen.
Der Vortrag zeigt zentrale psychologische Hindernisse auf, die zwischen Potenzial und Leistung stehen, und beleuchtet, wie Schutz- und Resilienzfaktoren diese Barrieren überwinden helfen. Praktische Interventionen aus dem Sport – mentales Training, Psychoedukation, strukturierte Reflexion – werden vorgestellt und auf ihre Übertragbarkeit auf psychotherapeutische Arbeit diskutiert. Ziel ist es, ein praxisnahes Verständnis für mentale Ressourcen zu vermitteln, das Psychotherapeut:innen Impulse liefert, wie Prävention, Beratung und Training ineinandergreifen können. Die Reflexion von Grenzerfahrungen und der Aufbau psychologischer Widerstandskraft lassen sich nicht nur auf Athlet:innen, sondern auch auf Patient:innen übertragen.
Prof. Dr. Jana Strahler ist Diplom-Psychologin. Seit 2021 leitet sie den Arbeitsbereich Sportpsychologie am Institut für Sport und Sportwissenschaft der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Zuvor war sie unter anderem an den Universitäten Gießen, Marburg und Wuppertal tätig sowie als Visiting Researcher bei den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in Atlanta. Ihr Arbeitsbereich Sportpsychologie, Gesundheitsförderung und Sporttherapie beschäftigt sich mit der Schnittstelle von Bewegung, mentaler Gesundheit und gesellschaftlicher Verantwortung. Die Forschung umfasst unter anderem Themen des Leistungs- und Gesundheitssports, der Prävention, der Bewegungstherapie sowie der Förderung psychischer Gesundheit durch körperliche Aktivität. Sie ist seit 2025 Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie in Deutschland (asp).
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