Räumlichkeiten vom MSH Campus Arts and Social Change

Prof. Dr. Henning Budde untersucht mit internationalen Kolleg:innen neuronale Anpassungen bei Volleyballathlet:innen

Ein internationales Forschungsteam – darunter Prof. Dr. Henning Budde von der MSH – hat den Einfluss sportlicher Expertise auf die Verarbeitung visueller Informationen und die Vorbereitung von Augenbewegungen untersucht. Im Fokus der Studie stand die Frage, ob sich erfahrene Volleyballathlet:innen und sportlich nicht spezialisierte Personen in ihrer neuronalen Aktivität während visuomotorischer Aufgaben unterscheiden.

Für die Untersuchung absolvierten 30 junge Erwachsene – darunter 15 Volleyballathlet:innen und 15 Nicht-Sportler:innen – zwei verschiedene Augenbewegungsaufgaben, während ihre Hirnaktivität mittels Elektroenzephalografie (EEG) aufgezeichnet wurde. Neben der Reaktionszeit wurden insbesondere Veränderungen der Alpha-Aktivität in frontalen und präfrontalen Hirnregionen analysiert, die mit Aufmerksamkeit und Handlungsvorbereitung in Verbindung stehen.

Während sich zwischen den beiden Gruppen keine Unterschiede in den Reaktionszeiten zeigten, wiesen die Volleyballathlet:innen eine durchgängig geringere Alpha-Aktivität in mehreren frontalen Hirnarealen auf. Dies deutet auf eine stärkere neuronale Aktivierung und eine effizientere visuomotorische Vorbereitung hin. Unabhängig von der Gruppenzugehörigkeit zeigte sich zudem bei unvorhersehbaren Aufgaben eine verstärkte Aufmerksamkeitsausrichtung auf wechselnde Reize.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sportliche Expertise nicht zwangsläufig in klassischen Verhaltensmaßen wie der Reaktionszeit sichtbar wird, sich jedoch in spezifischen neurophysiologischen Anpassungen des Gehirns widerspiegeln kann. Die Studie unterstreicht damit den Mehrwert von EEG-Untersuchungen, um trainingsbedingte Veränderungen der Hirnfunktion sichtbar zu machen und die neuronalen Grundlagen sportlicher Spitzenleistungen besser zu verstehen.

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