Neue Publikation unter Beteiligung von Forschenden der MSH zu digitaler Kommunikation auf Intensivstationen
Forschende der MSH waren an einer aktuellen internationalen Publikation in der Fachzeitschrift Critical Care beteiligt, die den Einsatz digitaler Kommunikation in der Intensivmedizin umfassend untersucht. Die Arbeit ist als Mixed-Methods-Systematic-Review angelegt und wertet insgesamt 54 Studien zu digitalen Kommunikationslösungen in Intensivstationen aus.
Im Fokus der Studie steht die Frage, wie digitale Tools – etwa Videoanrufe oder strukturierte Kommunikationsplattformen – das Wohlbefinden von Patient:innen, Angehörigen und medizinischem Personal beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Kommunikation insbesondere die Zufriedenheit von Angehörigen deutlich verbessert: Eine Meta-Analyse randomisierter Studien weist einen moderaten bis starken positiven Effekt nach. Darüber hinaus fördern digitale Anwendungen den Informationsaustausch, die Einbindung von Familien in Entscheidungsprozesse sowie die emotionale Unterstützung von Patient:innen. Auch für das Klinikpersonal ergeben sich Vorteile, etwa durch strukturiertere Kommunikation. Gleichzeitig identifiziert die Studie aber auch Herausforderungen wie technische Hürden, Datenschutzaspekte und zusätzlichen Arbeitsaufwand.
Die Autor:innen – darunter Sven Kottysch (IRIs ICF), Prof. Dr. Anett Müller-Alcazar (ICAN) sowie der MSH-Studierende Nikolas Groth – kommen zu dem Schluss, dass digitale Kommunikation ein wichtiger Bestandteil moderner, familienzentrierter Intensivmedizin ist und nachhaltig in klinische Abläufe integriert werden sollte. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur evidenzbasierten Weiterentwicklung digitaler Versorgungsansätze im Gesundheitswesen.
Der Artikel erschien in der Fachzeitschrift Critical Care und ist frei verfügbar.