Forschende aus ISM und ICAN untersuchen in Studie den Einfluss unterschiedlicher Bewegungsformen auf den Testosteronspiegel
Eine aktuelle Veröffentlichung liefert neue Erkenntnisse darüber, wie unterschiedliche Bewegungsformen den Hormonhaushalt beeinflussen. Die Studie, erschienen im Fachjournal Frontiers in Physiology, untersucht insbesondere die Wirkung von Ausdauer- und Koordinationsübungen auf den Testosteronspiegel.
Die Forschenden – darunter Prof. Dr. Anett Müller-Alcazar (ICAN), Prof. Dr. Henning Budde (ISM) und die ehemalige MSH-Studierende Christiane Ahrens – konnten zeigen, dass sowohl Ausdauertraining als auch koordinativ anspruchsvolle Übungen zu einem vorübergehenden Anstieg des Testosteronspiegels führen. Überraschend dabei: Trotz höherer kognitiver und motorischer Anforderungen bei Koordinationsübungen zeigte sich keine signifikante Veränderung der hormonellen Reaktion im Vergleich zu klassischen Ausdauerbelastungen.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass kurzfristige Testosteronveränderungen vor allem durch die körperliche Anstrengung selbst ausgelöst werden – und weniger durch die Komplexität der Bewegung. Für die Praxis bedeutet das: Trainingsprogramme können flexibel gestaltet werden, ohne dass unterschiedliche Bewegungsformen die hormonellen Effekte wesentlich beeinflussen. Die Studie liefert damit wichtige Impulse für verschiedene Anwendungsbereiche. Insbesondere im Kontext von psychischer Gesundheit und Wohlbefinden eröffnen sich neue Perspektiven: Bewegungsprogramme können gezielt so konzipiert werden, dass sie sowohl körperliche als auch mentale Effekte fördern – sei es im Alltag, im schulischen Umfeld oder in therapeutischen Settings.