Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) stellt ein bedeutendes globales Gesundheitsproblem dar. Zunehmend rücken extrazelluläre Vesikel (extracellular vesicles, EVs) in den Fokus der Forschung, da sie als zentrale Vermittler der interzellulären Kommunikation Prozesse wie oxidativen Stress, Entzündung und Tumorprogression beeinflussen können. Ihre Rolle in der Pathophysiologie der OSA ist bislang jedoch nur unzureichend verstanden.
In der aktuellen systematischen Übersichtsarbeit werteten die Autorinnen klinische Studien, Tiermodelle und In-vitro-Untersuchungen aus, um den Einfluss OSA-assoziierter EVs auf zentrale biologische Prozesse zu analysieren. Die Ergebnisse der 27 eingeschlossenen Studien zeigen, dass EVs aus OSA-Patient:innen unter anderem zur endothelialen Dysfunktion, zu Entzündungsreaktionen sowie zur Förderung der Tumorzellmigration beitragen können. Darüber hinaus wurden spezifische microRNAs und Proteine identifiziert, die in EVs von OSA-Betroffenen im Vergleich zu Kontrollgruppen dysreguliert sind. Diese Befunde unterstreichen das Potenzial von EVs als minimal-invasive und kosteneffiziente Biomarker für OSA-assoziierte Begleiterkrankungen.
Erstautorin der Studie, Bárbara Santos, ist Doktorandin in einem gemeinsam betreuten Promotionsprojekt von Prof. Dr. Angela Relógio (ISM, MSH) und Prof. Cláudia Cavadas (Universität Coimbra). Teile ihrer Promotion absolvierte sie an der MSH, gefördert durch ein Stipendium der portugiesischen Stiftung für Wissenschaft und Technologie (FCT), das von beiden Arbeitsgruppen gemeinsam eingeworben wurde. Die Studie steht exemplarisch für die erfolgreiche internationale Kooperation und gemeinsame Promotionsbetreuung zwischen der MSH und ihrer Partneruniversität, der Universität Coimbra.
Die Studie erschien vor Kurzem in der renommierten Fachzeitschrift European Respiratory Review, und ist frei verfügbar.