Warum scheitern gute Vorsätze für eine gesunde Ernährung so häufig? Oft wird mangelnde Selbstkontrolle als Hauptgrund genannt. Eine neue Studie unter Mitarbeit von Prof. Dr. Mike Wendt (ICAN) und internationalen Kolleg:innen legt nun nahe: Entscheidend ist nicht nur, ob Menschen Versuchungen widerstehen – sondern ob sie den inneren Konflikt zwischen gesundem und ungesundem Essen überhaupt wahrnehmen und darauf reagieren.
In drei Studien mit insgesamt 542 Teilnehmenden untersuchte das Forschungsteam, wie Menschen auf Zielkonflikte beim Essen reagieren. Dafür entwickelten die Wissenschaftler:innen ein neues Maß zur Erfassung der sogenannten »Konfliktreaktivität«. Diese zeigt sich darin, dass Personen nach einer Entscheidungssituation, in der gesundes und ungesundes Essen miteinander konkurrieren, messbar langsamer reagieren (»Post-Konflikt-Verlangsamung«). Diese Verlangsamung gilt als Hinweis darauf, dass der Konflikt kognitiv verarbeitet wird – und damit möglicherweise Selbstregulation eingeleitet wird.
Die Ergebnisse stehen im Einklang mit aktuellen Theorien kognitiver Kontrolle, in denen das Fassen einer Absicht mit der Implementierung von Regulations-Mechanismen einhergeht. Zusätzlich eröffnen die Ergebnisse neue Ansätze für Interventionen zur Förderung gesunder Ernährung.