Die Sozialpsychologie verweist seit Langem darauf, dass Kontakt zwischen Mitgliedern unterschiedlicher Gruppen Vorurteile reduzieren und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken kann. Doch dieser Kontakt ist kein Automatismus. Die Intergruppenkontakt-Forschung stellt sich daher die Fragen, wie Kontakt zustande kommt, wer ihn sucht und wann er vermieden wird.
Um Antworten auf diese Fragen zu finden, trafen sich im Jahr 2024 Psycholog:innen zu einer internationalen Kleingruppenkonferenz an der MSH Medical School Hamburg. Die Tagung wurde von Prof. Dr. Mathias Kauff (IESW), Prof. Dr. Oliver Christ und Dr. Maria-Therese Friehs (beide FernUniversität in Hagen) organisiert und unter anderem von der MSH finanziell unterstützt. Statt klassische Vorträge zu halten, arbeiteten die Teilnehmenden in Gruppen an neuen Forschungsansätzen, die dann im Nachgang weiterverfolgt wurden. Die Überlegungen einer Gruppe flossen nun in eine Publikation von insgesamt 14 Autor:innen aus sieben Ländern in der Zeitschrift »Nature Reviews Psychology« ein. Ein zentrales Fazit der Publikation, die von Prof. Dr. Stefania Paolini (Durham University) federführend verantwortet wurde und an der Prof. Dr. Mathias Kauff mitwirkte: Neue Intergruppenkontakte entstehen vor allem in Umbruchsphasen wie Umzug, Schulwechsel, Studienbeginn oder Elternschaft, wenn Gewohnheiten aufbrechen und neue soziale Netzwerke wahrscheinlicher werden.