Wie wirkt sich Licht auf unsere Aufmerksamkeit und unser Wohlbefinden aus? Eine aktuelle Studie der MSH ist dieser Frage nachgegangen, indem Sie den Einfluss verschiedener Beleuchtungsarten auf kognitive Leistungsfähigkeit und wahrgenommenen Stress untersucht hat. An der Studie waren Prof. Dr. Nino Wessolowski sowie der ehemalige MSH-Student Thomasz Ostrowski beteiligt.
Im Rahmen der Studie bearbeiteten 789 Personen den sogenannten Attention Network Test (ANT), während sie unterschiedlichen Lichtbedingungen ausgesetzt waren: hellem tageslichtweißem Licht, neutralem Licht und warmweißem Licht. Ziel war es, herauszufinden, ob Beleuchtung im Sinne des Human-Centric Lighting (HCL) – also einer am Menschen orientierten Lichtgestaltung – kurzfristig Aufmerksamkeit und Leistung verbessern kann.
Die Ergebnisse zeigen, dass Licht tatsächlich messbare Effekte auf kognitive Prozesse haben kann – allerdings überwiegend in kleiner bis mittlerer Stärke. Besonders deutlich zeigte sich ein Vorteil für helles tageslichtweißes Licht. Unter dieser Beleuchtung reagierten die Teilnehmenden im Test schneller, insbesondere bei Aufgaben, die die Wachsamkeit (Alertness) betreffen. Warmweißes Licht schnitt in mehreren Bereichen dagegen schlechter ab – lieferte jedoch überraschenderweise beim Orienting (der Fähigkeit, Aufmerksamkeit gezielt auf relevante Reize zu lenken) die besten Ergebnisse. Dies deutet darauf hin, dass die Wirkmechanismen von Licht auf kognitive Prozesse komplex sind und noch nicht vollständig verstanden werden.
Der Artikel »Effects of Human-Centric Lighting on Performance in the Attentional Network Test (ANT) and on Perceived Stress« erschien im Journal Physiology & Behavior und ist frei verfügbar.