Vom 26. bis 27. Februar 2026 fand an der MSH die Konferenz »Authoritarianism as a Challenge for Democracy – Gerda Lederer's Cross-Cultural Research on Authoritarianism Basics, Lessons and Perspectives for Democratic Societies Today« zu Ehren von Gerda Lederers statt.
Gerda Lederers Forschung war eng mit ihrer Biografie als Holocaust-Überlebende verbunden. Ihr zentrales Anliegen bestand darin, Gefährdungen demokratischer Gesellschaften frühzeitig zu erkennen und in ihrer gesellschaftlichen Dynamik zu verstehen. In der Tradition der Autoritarismusforschung hob sie insbesondere die Bedeutung von Sozialisationskontexten und -prozessen hervor. Deren Analyse verstand sie als Grundlage, um gesellschaftliche Entwicklungen einzuordnen und daraus Impulse für Bildung, Erziehung sowie den praktischen Umgang mit autoritären Tendenzen abzuleiten.
Die Tagung würdigte Gerda Lederers internationale Beiträge zur Autoritarismusforschung und griff zugleich aktuelle Herausforderungen auf. Forschende präsentierten empirische Studien und theoretische Arbeiten zu rechtsextremen Einstellungen, sozialer Polarisierung, Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und Antisemitismus. Damit wurde deutlich, wie anschlussfähig Gerda Lederers Perspektiven für gegenwärtige Debatten sind.
Neben der wissenschaftlichen Auseinandersetzung stand auch die Würdigung ihres Lebenswerks als Forscherin, Hochschullehrerin und engagierte Zeitzeugin im Mittelpunkt. Ihr nachhaltiger Einfluss auf die Autoritarismusforschung in verschiedenen Ländern wurde dabei ebenso hervorgehoben wie ihre prägende Rolle für nachfolgende Generationen von Wissenschaftler:innen.
An der Konferenz nahmen neben renommierten Kolleg:innen und langjährigen Wegbegleiter:innen auch Familienangehörige teil, die aus den USA und Österreich angereist waren. Die Veranstaltung war ein zentraler Bestandteil des Projekts »Aufarbeitung des Lebenswerks von Gerda Lederer«, das seit 2019 von Prof. Dr. Angela Kindervater geleitet wird.