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MSH richtet zum ersten Mal Event der Reihe »Brain & Mind« zum Thema »Synaesthesia and the Brain« aus

Am 10. Mai richtete die MSH zum ersten Mal ein Event der Veranstaltungsreihe »Brain & Mind – From Concrete to Abstract«, die seit Ende letzten Jahres in Kooperation mit dem St. Hilda’s College, Oxford stattfindet, am Campus in der HafenCity aus. Dr. Anita Avramides – Moderatorin des Abends und Mitbegründerin der Eventreihe – und Referent Prof. Dr. Michael Martin reisten beide aus Oxford an, um an der Veranstaltung teilzunehmen und das spannende Thema Synästhesie aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

In gemütlicher Atmosphäre startete Prof. Dr. Jutta Peterburs, Professorin für Klinische Psychologie an der MSH, zunächst grundlegend in das Thema. Was ist Synästhesie? Welche verschiedenen Arten von Synästhesie sind bekannt? Ihr Vortrag beleuchtete das große Interesse der Neurowissenschaft an dem Phänomen, da dies einzigartige Einblicke in Gehirnprozesse gewährt, die der sensorischen Verarbeitung und der multisensorischen Integration zugrunde liegen. Drei neurowissenschaftliche Theorien stellte sie dabei genauer vor. Direkt im Anschluss berichtete Prof. Dr. Janina Neufeld, Professorin für Neurodevelopment-Störungen am Karolinska Institutet (Schweden), von ihrer Forschung über den Zusammenhang zwischen Synästhesie und psychischer Gesundheit. Bis heute ist unklar, auf welche Weise Synästhesie mit psychischen Erkrankungen zusammenhängt – häufig tritt sie aber bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASC) auf sowie psychischen Erkrankungen, die oft gemeinsam mit ASC auftreten. In Ihrem Vortrag beleuchtete Prof. Neufeld die bisher verfügbaren Erkenntnisse in diesem Spannungsfeld und stellte auch Auszüge ihrer eigenen Studien an Zwillingen vor.

Nach einer kurzen Diskussionsrunde mit interessierten Fragen erzählte Prof. Dr. Michael Martin, Professor für Mentale Psychologie an der University of Oxford, wie er das Phänomen Synästhesie aus Sicht der Psychologie wahrnimmt: als Einblick in eine ganz andere, poetischere Welt, in der verschiedene Sinne auf überraschende Weise miteinander vermischt werden. In seinem Vortrag konzentrierte er sich auf die inzwischen recht umfassend erforschte farbgraphematische Synästhesie – bis hin zur Frage, wie Synästhesie und Metapher eigentlich zusammenhängen.

Der Abend schloss mit einer langen und umfassenden Diskussionsrunde und einem Abendessen mit Zeit und Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen. Vielen Dank an die Referierenden und das interessierte Publikum sowie das St. Hilda’s College für die tolle Zusammenarbeit.

Weitere Termine der Reihe werden zeitnah auf unserer Homepage bekannt gegeben.


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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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