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»Gangstörungen bei Morbus Parkinson« - Otfrid Foerster Lecture mit PD Dr. Christian Schlenstedt

Am 4. November fand ein Vortrag aus unserer Veranstaltungsreihe »Otfrid Foerster Lecture« statt. Referent PD Dr. Christian Schlenstedt sprach über das Thema »Gangstörung bei Morbus Parkinson: Neue bewegungstherapeutische Ansätze aus sportwissenschaftlicher Perspektive«. Dabei gab er zunächst einen allgemeinen Einblick in unsere alltägliche Bewegung und die Krankheit Morbus Parkinson, welche sich meist ab einem Alter von 60 Jahren entwickelt und von der weltweit circa 6 Mio. Menschen betroffen sind. PD Dr. Christian Schlenstedt erklärte auch, dass regelmäßige Bewegung das Erkrankungsrisiko um 33% senken könne, da körperliche Aktivität neuroprotektiv wirkt.

Im weiteren Verlauf seines Vortrags ging PD Dr. Christian Schlenstedt auf die Symptome der Krankheit, wie Gangasymmetrie, Starthemmungen, veränderte Ganggeschwindigkeit und das sogenannte Freezing ein, bei dem die Patienten das Gefühl haben, ihre Füße wären bleischwer und würden am Boden kleben bleiben. Da Parkinson nicht heilbar ist, zielen Therapien und Behandlungsansätze oft auf eine Linderung der verschiedenen Symptome ab.

PD Dr. Christian Schlenstedt stellte Ansätze zur Behandlung des Freezing vor, das als besonders häufiges Symptom der Erkrankung gilt. In der Vergangenheit wurden zahlreiche Studien zum Freezing durchgeführt, die Aufschluss darüber geben, wie die Gangqualität der Patienten ist und wann Freezingphasen stattfinden. Dabei stellte sich heraus, dass Freezing gehäuft auftritt, wenn eine zweite kognitive Zusatzaufgabe wie beispielsweise Sprechen zum Gehen hinzukommt. Aus den Studien lassen sich inzwischen verschiedene bewegungstherapeutische Ansätze entwickeln, die dem Freezing entgegenwirken. Hierzu zählen unter anderem visuelle Reize, die die gesunden Reize im Gehirn aktivieren und so helfen, das Freezing zu überwinden. Ein Beispiel sind sogenannte Laser Shoes, die einen roten Punkt vor den Schuh projizieren. Dadurch wird das Gehen des nächsten Schrittes visuell eingeleitet. PD Dr. Christian Schlenstedt ging auch auf seine eigene Studie zum Split-Belt-Laufband-Training ein. Dieses spezielle Laufband ermöglicht unterschiedliche Ganggeschwindigkeiten für den linken und den rechten Fuß. Mit dieser Behandlungsmethode können unrhythmische Laufmuster ausgeglichen werden.

Insgesamt sei es beim Bewegungstraining gegen das Freezing wichtig, eine Regelmäßigkeit von mindestens dreimal pro Woche zu erreichen, da so der Effekt des Trainings verlängert wird. Außerdem müsse jedes Training individuell abgestimmt werden, da es unterschiedliche Typen von Freezing bei den Patienten gibt.

Der Vortrag von PD Dr. Schlenstedt zeigte anschaulich, wie weit sich die Forschung und die Behandlungsmethoden von Parkinson in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt haben und dass auch zukünftig noch viele weitere Aspekte erforscht werden sollten, damit eine Symptomlinderung weiterhin möglich ist.


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