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Anwohnerbefragungen im Forschungsprojekt Inter-Wind starten

Prof. Dr. habil. Gundula Hübner leitet das Forschungsprojekt Inter-Wind (kurz für: Interdisziplinäre Analyse und Minderungsansätze – Anwohnererleben akustischer und seismischer Windenergieanlagen-Emissionen) an der MSH. Ziel des Projektes ist es, besser als bisher zu verstehen, welche Faktoren bei der Belästigung durch Geräusche von Windenergieanlagen zusammenspielen – und aus diesem Wissen Verbesserungsansätze abzuleiten. Denn für manche Anwohnerinnen und Anwohner in der Nähe solcher Anlagen sind die Geräusche belastend, für andere wiederum nicht.

Im Rahmen des Projektes werden die Windparks Lauterstein und Tegelberg nahe der Gemeinde Kuchen auf der schwäbischen Alb in Baden-Württemberg sowie das nahegelegene Testfeld WINSENT bei Stötten untersucht. Die Befragung der Anwohnerinnen und Anwohner in der Nähe dieser Windenergieanlagen spielt bei der Studie eine zentrale Rolle. Zudem werden mithilfe von Messmasten Faktoren wie Windgeschwindigkeit und -richtung, atmosphärische Schichtung, Bewölkung und Niederschlag gemessen sowie die Ausbreitung von Schallwellen in der Luft (Akustik) und elastischen Wellen im Boden (Seismologie). Für das Testfeld ist die Errichtung von zwei Forschungswindenergieanlagen geplant.

An ersten Anwohnerbefragungen im Rahmen der Studie beteiligten sich bereits 130 Menschen aus der Gemeinde Kuchen. Im weiteren Verlauf des Projektes werden weitere Befragungen folgen. Auch zum Windpark Lauterstein sind Mitte September die ersten Befragungen gestartet.

Zusätzlich zu den Datenanalysen wird eine gezielte Erprobung von Minderungsmaßnahmen auf dem Testfeld stattfinden. Sofern es sich aus den Analyse ableiten lässt, haben auch die Windparkbetreiber der Parks Lauterstein und Tegelberg erklärt, gemeinsam veränderte Betriebsführungen in den kommerziell betriebenen Parks zu erproben.

Die Auswertung der Ergebnisse soll es ermöglichen, übertragbare Analyseansätze und Empfehlungen abzuleiten, welche für Problemanalysen, Minderungsmaßnahmen sowie Schall- und Bodenbewegungsausbreitungsprognosen von Windparks in Regionen mit felsigem Untergrund richtungsweisend sein sollen.

Das Forschungsteam der MSH wird von Kooperationspartnern des geophysikalischen Instituts am Karlsruher Institut für Technologie (KIT-GPI), dem Stuttgarter Lehrstuhl für Windenergie am Institut für Flugzeugbau (SWE) und dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) unterstützt. Die Studie hat eine Laufzeit von 2020 bis 2022 und wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.


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Julia Ekat

Julia Ekat, B.A.
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