Prof. Dr. habil. rer. nat. Nina Alexander

Nina Alexander

Prof. Dr. habil. rer. nat. Nina Alexander
Professur für Differentielle und Persönlichkeitspsychologie

Am Kaiserkai 1
20457 Hamburg

Fon: 040.361 226 433
Fax: 040.361 226 430
E-Mail: nina.alexander(at)medicalschool-hamburg.de

Biographie

Nina Alexander studierte von 2002-2007 Psychologie mit Nebenfach Medizin an der Justus-Liebig Universität Gießen. Im Anschluss an Ihr Studium erhielt Sie 2007 ein Promotionsstipendium innerhalb des Postgraduiertenprogramms “Neuronal Representation and Action Control” (DFG) und arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung der Justus-Liebig Universität, Gießen (Prof. Dr. Dr. Jürgen Hennig). Nach Ihrer Promotion im zum Dr. rer. nat. an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Justus-Liebig-Universität Gießen mit dem Thema „Molekulargenetische und umweltbedingte Determinanten endokriner Stressreaktivität“ (Prädikat: summa cum laude) arbeitete Sie von 2010-2016 als wissenschaftliche  Assistentin an der Professur für Biopsychologie der Technischen Universität Dresden (Prof. Dr. Clemens Kirschbaum). Während dieser Zeit leitete Nina Alexander  Forschungsprojekte zur Bedeutung von Genen, Umwelteinflüssen und epigenetischen Prozessen für die Entstehung interindividueller Unterschiede in der neuronalen und hormonellen Stresssensitivität.Im Jahr 2016 habilitierte Nina Alexander an der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften der Technischen Universität Dresden (Venia legendi für Psychologie). Während Ihrer Zeit als wissenschaftliche Assistentin war sie außerdem als Gastwissenschaftlerin an der Emory University, Atlanta, USA (Prof. Dr. Charles Nemeroff, Prof. Dr. Dr. Elisabeth Binder), der Stony Brook University, New York, USA (Prof. Dr. Turhan Canli) und der Northwestern University, Evanston, USA (Prof. Dr. Claudia Haase) tätig. Seit Oktober 2016 leitet Nina Alexander die Professur für Differentielle und Persönlichkeitspsychologie an der MSH Medical School Hamburg, die sie zuvor bereits ein Jahr vertreten hatte.

Lehrtätigkeiten

Nina Alexander lehrte von 2007-2010 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Differentielle und Persönlichkeitspsychologie der Justus-Liebig Universität Gießen und von 2010-2015 am Lehrstuhl für Biopsychologie der Technischen Universität Dresden.  Ihre Lehrerfahrung umfasst die gesamte Breite gängiger Lehrformen und bezieht sich auf verschiedene Studiengänge und -abschnitte mit ihren jeweils individuellen Anforderungsprofilen. Ihre Lehrtätigkeit wurde mehrfach mit dem Karl- und Charlotte-Bühler Preis der Fachrichtung Psychologie der Technischen Universität Dresden für exzellente Lehre ausgezeichnet. Während ihrer Zeit als wissenschaftlich Assistentin betreute sie außerdem zahlreiche Abschlussarbeiten sowie Promotionen im Bereich der Differentiellen und Biologischen Psychologie. An der MSH Medical School in Hamburg lehrt sie seit Oktober 2015 im Bereich der Differentiellen und Persönlichkeitspsychologie.

Forschungsschwerpunkt

Meine Forschungsprojekte umfassen die Untersuchung von biologischen Grundlagen interindividueller Unterschiede im menschlichen Verhalten, Erleben und Befinden. Im Zentrum meiner Projekte steht dabei die Bedeutung von Genen, Umwelteinflüssen und epigenetischen Prozessen für die Entstehung individueller Unterschiede in der biologischen Stresssensitivität. Meine Forschungsarbeiten sollen dabei Hinweise auf mögliche systemische Pfade liefern, auf denen Gene und Umwelt die Entwicklung von stressassoziierten Persönlichkeitsmerkmalen und psychischen Erkrankungen beeinflussen. Ein zentrales Nahziel meiner Projekte ist dabei die Identifikation einer biologisch-informierten Risikopersönlichkeit basierend auf (epi)genetischen, hormonellen und neuronalen Markern. Ausgehend von diesen grundlagenbezogenen Arbeiten erhoffe ich mir, mögliche Ansatzpunkte für die Entwicklung personalisierter Interventionen zu schaffen, die ich als anwendungsbezogenes Fernziel ihrer Forschung verstehe. Im Rahmen meiner Forschungsprojekte werden DNA Methylierungsanalysen, Genexpressionsstudien und Kandidatengenansätze mit der Erfassung pränataler Stressoren und kritischer Lebensereignisse kombiniert. Für eine systemübergreifende Erfassung der individuellen Stresssensitivität werden experimentelle Stressinduktionsparadigmen (Trierer Sozial Stress Test), Stresshormonanalysen im Speichel (Cortisol), neue Methoden zur Abbildung langfristiger Stresshormonkonzentrationen (Haarsteroidanalysen), bildgebende Verfahren (fMRT), sowie klassische Fragebögen zur Erfassung stressrelevanter Persönlichkeitsmerkmale verwendet. Mit der kombinierten Erforschung zeitstabiler, biologischer Marker und klassischer Persönlichkeitskonstrukte wird dabei eine stärkere Integration der Persönlichkeitsbeschreibung über verschiedene Ebenen hinweg angestrebt.

DFG Projekte
Langzeiteffekte einer pränatalen Therapie mit synthetischen Glukokortikoiden auf die psychosoziale Stressreaktivität und volitionale Kontrolle in Kindheit und Jugendalter (2015-2018)
Projektleitung: Prof. Dr. Nina Alexander, Prof. Dr. Shu-Chen Li, Prof. Dr. Clemens Kirschbaum
Die Interaktion zwischen Individuum und Umwelt ist ein zentraler Prozess für die erfahrungsbasierte Entwicklung von Gehirn und Verhalten. Aversive Umwelteinflüsse während der Pränatalzeit wie mütterlicher Stress und Glukokortikoidexposition zählen zu den frühsten Einflussfaktoren auf die Entwicklung. Die pränatale Therapie mit synthetischen Glukokortikoiden (sGK) bei drohender Frühgeburt zur Beschleunigung der fetalen Lungenreifung wird als mögliche Ursache für dauerhafte Veränderungen neuraler Schaltkreise diskutiert, die eine zentrale Rolle für die Regulation von Stresshormonen und kognitiven Prozesse spielen. Bisherige Forschung zu Veränderungen der Stresshormonregulation in Folge einer pränatalen sGK Therapie stützt sich dabei fast ausschließlich auf einzelne Hormonmessungen in einem Zeitfenster kurz nach der Geburt, wobei die Frühgeburt in diesen Untersuchungen eine wichtige konfundierende Variable darstellt. Obgleich Veränderungen der Stressregulation in enger Wechselwirkungen mit neuralen Schaltkreisen im Präfrontalkortex stehen, welche der Regulation von kognitiven und motivationalen Funktionen dienen, sind diese in Abhängigkeit einer pränatalen sGC Therapie bisher kaum erforscht und begrenzen sich meist auf die Erhebung behavioraler Maße. Anknüpfend an bisherige Forschung und an vielversprechende initiale Befunde aus unserer Arbeitsgruppe, zielt das geplante Projektvorhaben darauf ab, Langzeiteffekte einer pränatalen sGC Therapie auf die akute und langfristige Stresshormonregulation sowie auf behaviorale und neurale Korrelate der volitionalen Kontrolle zu untersuchen. Mit Hilfe eines retrospektiven, longitudinalen Designs sollen im Rahmen des Projekts n=150 reifgeborene Jugendliche aus einer früheren Studie erneut und 150 reifgeborene Kinder sowohl mit als auch ohne pränataler sGK Therapie untersucht werden. Das beantragte Projekt umfasst dabei drei übergeordnete Forschungsziele:
(1) Zunächst soll der Zusammenhang zwischen pränataler sGK Therapie und akuten (Cortisolsekretion unter akutem psychosozialem Stress) sowie langfristigen (Haarcortisol) Markern der Stresshormonfreisetzung erforscht werden.
(2) Mit Hilfe der Elektroenzephalografie sollen weiterhin Effekte der sGK Therapie auf evozierte Hirnpotentiale im Zusammenhang kognitiver Kontrollprozesse untersucht werden, welche in engem Zusammenhang zur Stresshormonregulation stehen.
(3) Ein drittes Ziel des Projekts umfasst zudem die Untersuchung epigenetischer Modifikationen (DNA Methylierungsmuster) als ein potenzieller Mechanismus in der Vermittlung langfristiger Veränderungen hormoneller und kognitiver Parameter in Folge einer sGK Therapie.
Das Forschungsvorhaben soll somit zu einem besseren Verständnis hormoneller und neuraler/kognitiver Veränderungen in Folge einer sGK Therapie beitragen und ist angesichts der weitverbreiteten Anwendung der sGK Therapie (7-10 % der schwangeren Frauen in Europa und Nordamerika) von hoher klinischer Relevanz.

 

Gen-Umwelt Interaktion im Kontext der Stresshormonregulation: Die Bedeutung epigenetischer Prozesse (2012-2014)

Projektleitung: Prof. Dr. Nina Alexander Nina Alexander

Innerhalb der letzten Jahre konnten wiederholt spezifische Gen-Umwelt Konstellationen identifiziert werden, die sowohl zu einer erhöhten Vulnerabilität für die Entwicklung depressiver Erkrankungen beitragen, als auch bereits bei gesunden Personen mit einer veränderten Aktivität endokriner Stresssysteme assoziiert sind. Eine dysfunktionale Regulation der Stresshormonfreisetzung wird hierbei als entscheidendes Bindeglied diskutiert, über welches genetische und umweltbedingte Einflüsse zu einem erhöhten Erkrankungsrisiko beitragen. Trotz enormer Relevanz dieser Befunde für die Identifikation potenzieller prämorbider Risikofaktoren sind die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen von Gen-Umwelt Interaktionseffekten weitgehend ungeklärt.  Basierend auf rezenten Tier- und Humanstudien stellen epigenetische Veränderungen (DNA-Methylierungsmuster) einen vielversprechenden Mechanismus in diesem Zusammenhang dar und sollen innerhalb des geplanten Forschungsprojekts daher systematisch untersucht werden. Hierbei ist geplant, zunächst den Einfluss spezifischer Allelvarianten und Umwelterfahrungen auf epigenetische Modifikationen innerhalb einer umschrieben Kandidatengenregion in einem Kollektiv gesunder Probanden zu untersuchen. In einem nächsten Schritt soll zudem erforscht werden, inwiefern diese epigenetischen Veränderungen bedeutsame Prädiktoren für die Aktivität endokriner Stresssysteme und subklinischer Depressivität darstellen.

Publikationen

Drittmittelprojekte

03/2012:

  • Förderung durch die DFG: Gen-Umwelt Interaktion im Kontext der Stresshormonregulation: Die Bedeutung epigenetischer Prozesse [AL 1484/], alleinige Antragstellerin

06/2016:

  • Förderung durch die DFG: Langzeiteffekte einer pränatalen Therapie mit synthetischen Glukokortikoiden auf die psychosoziale Stressreaktivität und volitionale Kontrolle in Kindheit und Jugendalter [AL 1484/5-1], Hauptantragstellerin zusammen mit Prof. Dr. Clemens Kirschbaum und Prof. Dr. Shu-Chen Li

Ad-hoc Gutachtertätigkeit für wissenschaftliche Fachzeitschriften

  • Molecular Psychiatry
  • Biological Psychiatry
  • Psychoneuroendocrinology
  • Neuropsychobiology
  • Journal of Psychiatric Research
  • Psychopharmacology
  • Journal of Traumatic Stress
  • PLOS ONE
  • Journal of Neuroscience
  • Journal of Child Psychology and Psychiatry
  • American Journal of Human Biology
  • Physiology and Behavior
  • Psychological Reports
  • Perceptual & Motor Skills
  • Journal of Individual Differences
  • Stress
  • European Journal of Endocrinology
  • Journal of Affective Disorders
  • American Journal of Human Biology
  • Biological Psychology
  • Child Development
  • Developmental Psychology
  • Journal of Obesity
  • Psychological Medicine

Gutachtertätigkeit für Drittmittelgeber

  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)

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