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Prof. Dr. med. habil. Ulf Baumgärtner

Prof. Dr. med. habil. Ulf Baumgärtner
Professur für Physiologie/Physik

Am Kaiserkai 1
20457 Hamburg

Fon: 040.361 226 49395
Fax: 040.361 226 430
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Biography

Ulf Baumgärtner studierte am Universitätskrankenhaus Eppendorf Humanmedizin und promovierte am Physiologischen Institut (Thema »Schmerz«; Prof. Dr. Dr. B. Bromm). Im Anschluss begann er seine klinisch-neurophysiologische Tätigkeit in der Neurophysiologie und der Neurologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Physiologie und Pathophysiologie wirkte er an verschiedenen Forschungsprojekten zur Schmerzverarbeitung im Gehirn mit. Im Rahmen der Neugründung der Vorklinischen Medizin in Mannheim erfolgte 2007 der Wechsel an den Lehrstuhl für Neurophysiologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Nach mehrjähriger Arbeit in der neurowissenschaftlichen Forschung und der Lehre (Abt. Prof. Dr. R.-D. Treede) wurde Herrn Baumgärtner nach Abschluss der kumulativen Habilitation (Thema: Kortikale Repräsentation von Somatosensorik und Schmerz) 2013 die Lehrbefugnis für das Fach Physiologie erteilt. 2016 erfolgte die Verleihung der Bezeichnung »außerplanmäßiger Professor« an der Universität Heidelberg.

2019 erhielt er den Ruf auf die hiesige Professur für das Fach Physiologie am Department für Humanmedizin und ist seit November 2019 an der MSH Medical School Hamburg tätig.

Lehrtätigkeiten

Ulf Baumgärtner erlangte ausführliche Lehrerfahrung an der Universität Mainz im Unterricht von Studierenden der Human- und Zahnmedizin für das Fach Physiologie im Rahmen von Seminaren und Praktika und später (ab 2007) an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg im Mannheimer reformierten Curriculum für Medizin (MaReCuM).  Er hielt Vorlesungen, Seminare und betreute Praktika während des Grundstudiums, hielt Vorlesungen im klinischen Abschnitt, schriftliche und mündliche Prüfungen (M1) und betreute studienbegleitende wissenschaftliche Kurzarbeiten. Dazu kamen Vorlesungen und Seminare im Rahmen der internationalen englischsprachigen Studiengänge »Neurobiology« am Interdisziplinären Zentrum für Neurowissenschaften in Heidelberg und im Masterstudiengang »Translational Medical Research« in Mannheim. Ab 2015 war er für die Organisation der Lehre im Fach Physiologie verantwortlich.

Die ärztlich-klinische Lehrtätigkeit umfasste Vorträge und Hands-on-Kurse auf verschiedenen Veranstaltungen (Kongresse, Fortbildungsveranstaltungen einzelner Abteilungen in Krankenhäusern zum Thema »Schmerz«). Seit 2019 ist er Mitglied der Fortbildungskommission der Deutschen Schmerzgesellschaft.

Er betreut regelmäßig Doktorandinnen und Doktoranden (Studiengänge Humanmedizin und Psychologie; Medizinische Fakultät Mannheim).

Forschungsschwerpunkte

Schon während des Studiums begeisterte er sich für die komplexen Funktionen des Gehirns, später insbesondere bei der Verarbeitung von Schmerzen. Im Rahmen seiner Promotionsarbeit beschäftigte er sich mit der abnehmenden Wirksamkeit von Opiaten bei Dauergabe in der Schmerztherapie von Patienten mit starken Schmerzen. Während und nach seiner Habilitation untersucht(e) er, wie Schmerzreize und andere Sinnesreize im Gehirn verarbeitet werden und wodurch die Verarbeitung moduliert werden kann. Die eingesetzten neurowissenschaftlichen Methoden umfassen dabei die klassische Psychophysik, neurophysiologische (EEG, MEG) und Bildgebungsmethoden (fMRT; PET).

Folgende Themen stehen im Mittelpunkt der Forschung:

  1. Kortikale Repräsentation von Schmerz und Somatosensorik
  2. Schmerzverarbeitung bei Patientinnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung
  3. Mechanismen des neuropathischen Schmerzes
  4. Evozierte Potentiale bei neurologischen Erkrankungen (klinische Neurophysiologie)

Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Heidelberg und Mannheim konnten in den letzten Jahren Drittmittel zur Forschungsförderung eingeworben werden, die es ermöglichten, im Rahmen eines Sonderforschungsbereichs ein Teilprojekt zur Erforschung kortikaler Netzwerke der Schmerzverarbeitung bei Mensch und Tier realisieren (»Schmerz«-SFB 1158) sowie ein Projekt zur Erforschung des selbstverletzenden Verhaltens bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (KFO 256).

Ulf Baumgärtner veröffentlichte zu den oben genannten Themen über 50 Artikel in internationalen Zeitschriften im peer-review Verfahren, die im Web of Science gelistet sind, sowie einige Buchtitel. Diese Arbeiten entstanden in Kooperation mit benachbarten Instituten und nationalen Partnern (Mainz, Mannheim/Heidelberg, München) bzw. internationalen Partnern (Brüssel, Rom, Oxford, London, Baltimore, Phoenix).

2003 erhielt er den Förderpreis für Schmerzforschung, 1. Preis, Kategorie klinische Forschung.

Er hielt ca. 180 wissenschaftliche Vorträge im In- und Ausland und organisierte Workshops und Symposien auf internationalen Tagungen zum Thema Schmerz bzw. Neurowissenschaften.

Gutachtertätigkeit

Er fungiert als Gutachter im peer-review Verfahren (z.B. Journal of Neuroscience, Brain, Neurology, Pain, Scientific Reports, PlosOne, Neuroimage, Brain Stimulation, Annals of Neurology) und ist Mitglied in den Editorial Boards dreier Zeitschriften aus den Bereichen Physiologie, klinische Neurophysiologie und Schmerz.

Er fungiert ferner als Gutachter für verschiedene Institutionen zur Vergabe von Forschungs-Fördermitteln für Einzelpersonen und Institutionen im In- und europäischen Ausland.

Publikationen

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