Datum: 15.12.2019
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Prof. Dr. med. habil. Ulf Baumgärtner
Professur für Physiologie/Physik

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Biografie

Ulf Baumgärtner wurde in Hamburg geboren und studierte am Universitätskrankenhaus Eppendorf Humanmedizin (Staatsexamen 1996). Parallel fertigte er im Rahmen einer experimentellen Studie an Schmerzpatienten seine Promotion an (Physiologisches Institut, Prof. Dr. Dr. B. Bromm). Im Anschluss absolvierte er die damals noch zur Erlangung der Approbation nötige Zeit als Arzt im Praktikum in der Neurophysiologie und der Neurologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, wo er in der klinischen Neurophysiologie tätig war. Darauf erfolgte die Erteilung der Ärztlichen Approbation (1998). Im weiteren Verlauf war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Physiologie und Pathophysiologie in Mainz (Abt. Prof. Dr. R.-D. Treede) und wirkte an verschiedenen Forschungsprojekten zur Schmerzverarbeitung im Gehirn mit. Im Rahmen der Neugründung der Vorklinischen Medizin in Mannheim erfolgte 2007 der Wechsel an den Lehrstuhl für Neurophysiologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Nach mehrjähriger Arbeit in der neurowissenschaftlichen Forschung und der Lehre (Abt. Prof. Dr. R.-D. Treede) wurde Herrn Baumgärtner nach Abschluss der kumulativen Habilitation (Thema: Kortikale Repräsentation von Somatosensorik und Schmerz) 2013 die Lehrbefugnis für das Fach Physiologie erteilt. 2016 erfolgte die Verleihung der Bezeichnung »außerplanmäßiger Professor« an der Universität Heidelberg.

2019 erhielt er den Ruf auf die hiesige Professur für das Fach Physiologie am Department für Humanmedizin und ist seit November 2019 an der MSH Medical School Hamburg tätig.

Lehrtätigkeiten

Ulf Baumgärtner erlangte ausführliche Lehrerfahrung während ca. 10-jähriger Beschäftigung an der Universität Mainz im Unterricht von Studierenden der Human- und Zahnmedizin für das Fach Physiologie im Rahmen von Seminaren und Praktika. Seit 2007 erfolgte Unterricht in Mannheim: Vegetative und Sinnesphysiologie für Studierende der Humanmedizin im Mannheimer reformierten Curriculum für Medizin (MaReCuM); Vorlesungen, Seminare und Praktika des Grundstudiums, Vorlesungen im klinischen Abschnitt, schriftliche und mündliche Prüfungen (M1) und die Betreuung studienbegleitender wissenschaftlicher Kurzarbeiten. Regelmäßige Vorlesungen und Seminare im Rahmen der internationalen englischsprachigen Studiengänge »Neurobiology« am Interdisziplinären Zentrum für Neurowissenschaften in Heidelberg und im Masterstudiengang »Translational Medical Research« in Mannheim. Ab 2015 verantwortlich in Mannheim für die Organisation der Lehre im Fach Physiologie sowie deren Vertretung in verschiedenen Gremien (Module).

Die ärztlich-klinische Lehrtätigkeit umfaßte Vorträge und Hands-on-Kurse auf verschiedenen Veranstaltungen (Kongresse, Fortbildungsveranstaltungen einzelner Abteilungen in Krankenhäusern zum Thema »Schmerz«). Seit 2019 Mitglied der Fortbildungskommission der Deutschen Schmerzgesellschaft.

Betreuung von Doktorandinnen und Doktoranden (Studiengänge Humanmedizin und Psychologie; Medizinische Fakultät Mannheim).

Forschungsschwerpunkte

Schon während des Studiums wurde insbesondere durch Lehrveranstaltungen der Neurophysiologie und Neurologie sein Interesse für die hochkomplexe Funktion des menschlichen Gehirns geweckt. Im Rahmen seiner Promotionsarbeit beschäftigte er sich mit der abnehmenden Wirksamkeit von Opiaten bei Dauergabe in der Schmerztherapie von Patienten mit starken Schmerzen. Während und nach seiner Habilitation untersucht(e) er, wie Schmerzreize und andere Sinnesreize im Gehirn verarbeitet werden und wodurch die Verarbeitung moduliert werden kann. Die eingesetzten neurowissenschaftlichen Methoden umfassen dabei die klassische Psychophysik, Elektroenzephalographie (EEG) und Magnetenzephalographie (MEG) mit Dipolquellenanalyse, funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) und Positronenemissionstomographie (PET).

Folgende Themen stehen im Mittelpunkt der Forschung:

  1. Kortikale Repräsentation von Schmerz und Somatosensorik
  2. Schmerzverarbeitung bei Patientinnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung
  3. Mechanismen des neuropathischen Schmerzes
  4. Evozierte Potentiale bei neurologischen Erkrankungen (klinische Neurophysiologie)

Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Heidelberg und Mannheim konnte Ulf Baumgärtner in den letzten Jahren Drittmittel zur Forschungsförderung aquirieren. Hierbei sind ein Teilprojekt zur Erforschung kortikaler Netzwerke der Schmerzverarbeitung bei Mensch und Tier im Rahmen eines DFG Sonderforschungsbereiches zu nennen (Teilprojekt im »Schmerz«-SFB 1158) und ein Projekt, welches im Rahmen einer Klinischen Forschergruppe (DFG KFO 256) die Untersuchung des selbstverletzenden Verhaltens bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung zum Gegenstand hat.

Ulf Baumgärtner veröffentlichte zu den oben genannten Themen über 50 Artikel in internationalen Zeitschriften im peer-review Verfahren, die im Web of Science gelistet sind, sowie einige Buchartikel. Diese Arbeiten entstanden in Kooperation mit benachbarten Instituten und nationalen Partnern (Mainz, Mannheim/Heidelberg, München) bzw. internationalen Partnern (Brüssel, Rom, Oxford, London, Baltimore, Phoenix).

Mitgliedschaften

Verschiedene wiss. Gesellschaften (u.a. Dt. Schmerzgesellschaft DGS, International Association for the Study of Pain IASP, Dt. Physiologische Gesellschaft DPG),

Fakultätsmitglied der »Hartmut Hoffmann-Berling International Graduate School of Molecular and Cellular Biology« (HBIGS) der Universität Heidelberg

Gutachter für internationale Zeitschriften (z.B. Journal of Neuroscience [IF 6.1], Brain [IF 11.8], Neurology [IF 8.7], Pain [IF 6.0], European Journal of Pain [IF 3.2], Scientific Reports [IF 4.1], PlosOne [IF 2.8], Neuroimage [IF 5.4], Brain Stimulation [6.9], Annals of Neurology [9.5]).

Mitglied im Editorial Board der Zeitschriften Clinical Neurophysiology (seit 2012) und Physiology Reports (seit 2017) und fungiert als Section Editor im European Journal of Pain (seit 2015).

Er hielt ca. 180 wissenschaftliche Vorträge im In- und Ausland und organisierte Workshops und Symposien auf internationalen Tagungen zum Thema Schmerz bzw. Neurowissenschaften

Preise:

Förderpreis für Schmerzforschung, 1. Preis, Kategorie klinische Forschung (2003)

Posterpreise auf intern. wiss. Tagungen

Gutachter für:

  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • Alexander von Humboldt-Stiftung

  • Studienstiftung des Deutschen Volkes

  • Belgischer Forschungsförderungsfond (FNRS)

  • Italian Ministry of Education, University and Research (MIUR)

  • Danish National Research Foundation

  • German-Israeli Foundation for Scientific Research and Development (GIF)

  • PhD-Arbeiten und Verteidigungen (Opponent) in Dänemark und Frankreich

  • Dissertationen (Med. Fak. Mannheim, Universität Heidelberg)

Publikationen