Datum: 29.11.2022

InPositiv – Indirekte Positiv-Beiträge
Erneuerbarer Energien zum Naturschutz

Klimaschutz und Naturschutz sind nicht voneinander zu trennen: Die prognostizierten Klimaentwicklungen führen absehbar zu dürrebedingten Veränderungen von Landschaften und einem erheblichen Artensterben. Auch erhöhte Bedrohungen für Wälder durch Brände und Schädlingsbefall sind zu erwarten, weitere Beispiele ließen sich ergänzen. Erneuerbare Energien tragen über die Einsparung fossiler Brennstoffe zum Klimaschutz und damit zum Erhalt von Ökosystemen bei. Zudem hat ihr Einsatz indirekte und direkte positive Folgen in der Region, die über die Einsparung von klimawirksamen Gasen hinausgehen. Diese positiven Wirkzusammenhänge zwischen Klima- und Naturschutzanliegen scheinen auf lokaler Ebene allerdings kaum wahrgenommen, Klima- und Naturschutzanliegen vielmehr entkoppelt zu werden.

Um eine nachhaltige Akzeptanz eines naturverträglichen Ausbaus der erneuerbaren Energien zu unterstützen, ist es notwendig, die indirekten sowie direkten positiven Naturschutzwirkungen der Anlagen Erneuerbarer Energien in der Kommunikation stärker als bisher, so konkret und emotional wie möglich, herauszustellen – ohne die Naturschutzbelange in Frage zu stellen. Beiträge der Erneuerbaren Energien zu den Naturschutzzielen bleiben verdeckt, solange sie nicht anhand konkreter Beispiele vermittelt werden.

Das interdisziplinäre Projektteam setzt sich neben der Psychologie zusammen aus Naturschutz-, Kommunikations- und PlanungsexpertInnen. Ziel des Projekts ist es, indirekte und direkte Wirkungen erneuerbarer Energien für Belange des Naturschutzes beispielhaft für Personengruppen, für die Naturschutzanliegen besonders relevant sind (z. B. Naturschutzaktive) sowie allgemein Interessierte zu recherchieren, gruppieren und kommunikativ aufzubereiten, um so einen unmittelbaren Zugriff auf Positiv-Beispiele zu ermöglichen und die öffentliche Debatte zu Erneuerbaren Energien zu ergänzen.

Eine Kommunikationsstrategie zur Vermittlung insgesamt positiver Beispiele wird entwickelt, um die Akzeptanz für einen naturverträglichen Ausbau Erneuerbarer Energien zu fördern.

Prof. Dr. habil. Gundula Hübner, Professur für Sozialpsychologie