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Ringvorlesung - Aktuelle Themen aus Praxis und Wissenschaft der Psychotherapie

Mit der seit dem Wintersemester 2016/17 neugegründeten Ringvorlesung stellt die MSH eine Plattform bereit, auf der ausgewiesene und national renommierte Psychotherapieforscher, Psychotherapeuten und Psychiater den »State of the Art« und zentrale neue Entwicklungen in ihren Spezialgebieten vorstellen.

Ziel der 90-minütigen Vorträge ist es, einen Praxisbezug zur wissenschaftlichen Lehre herzustellen und den Studierenden Einblicke in verschiedene Fachbereiche zu gewähren. Da die MSH mit ihrem Studienprogramm die Studierenden auf eine berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen vorbereitet, wird bei der Ringvorlesung großen Wert auf den interdisziplinären Austausch gelegt.

Ringvorlesung: »Wie gut können wir Wahnvorstellungen psychologisch erklären?«

Referent: Prof. Dr. Tania Lincoln

Datum: Donnerstag, 25. Juli 2019

Zeit: 19:30-21:00 Uhr

Ort: Großer Grasbrook 15-17, Hörsaal »Goldenes Ei«, 20457 Hamburg

In der psychiatrischen Tradition wurden Wahnvorstellungen oft als sinnlose Produkte eines erkrankten Gehirns gewertet. In der Konsequenz wurden psychotherapeutische Ansätze bei Wahn über lange Zeit von vielen eher als Zeitverschwendung angesehen. In den letzten Jahrzehnten haben sich Forscher aber der Herausforderung gestellt, Mechanismen zu identifizieren, die erklären, warum es zu Wahnvorstellungen kommt und warum sich diese oft hartnäckig halten. Hierfür bietet es sich an, nach der Verbindung zwischen den sozialen und biologischen Risikofaktoren von Schizophrenie auf der einen Seite und individuellen Dispositionen, die Personen dafür anfällig machen könnten, Erfahrungen wahnhaft zu verarbeiten auf der anderen Seite zu suchen. In dem Vortrag wird ein Teil dieser Forschung vorgestellt, die auf epidemiologischen, experimentellen und »experience sampling« Studien beruht. Am Ende des Vortrags werden Implikationen für psychotherapeutische Ansätze abgeleitet.

Wir bitten um Anmeldung unter: ringvorlesung(at)medicalschool-hamburg.de

Prof. Dr. Tania Lincoln

Prof. Dr. rer. nat. Tania Lincoln, geb. 1972, studierte von 1992-1999 Psychologie in Marburg. Nach dem Studium war sie von 2000-2003 als Promotionsstipendiatin in der Christoph-Dornier-Stiftung für Klinische Psychologie tätig und schloss diese Zeit 2003 mit ihrer Promotion zur Effektivität von Kognitiver Verhaltenstherapie bei Sozialer Phobie ab.

Ihre Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie absolvierte sie von 2000-2004 am Institut für Psychologische Psychotherapie Münster. Seit 2005 ist sie approbiert und seit 2010 anerkannte Supervisorin.

Von 2003-2005 war sie klinisch und wissenschaftlich in der Klinik für forensische Psychiatrie Haina tätig. Es folgte eine Beschäftigung als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Philipps-Universität-Marburg von 2005-2011. In dieser Zeit initiierte sie ein ambulantes Therapieprojekt für Patienten mit Schizophrenie, bei dem die Effektivität von kognitiver Verhaltenstherapie im Vergleich zu einer Wartekontrollgruppe evaluiert wurde. 2008 habilitierte sie zum Thema »Wie können psychologische Interventionen für schizophrene Störungen optimiert werden?«.

Seit April 2011 hat sie die Professur für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Hamburg inne. Auch in Hamburg liegt ihr Forschungsschwerpunkt auf der Grundlagen- und Therapieforschung bei psychotischen Störungen.

Rückblick zu vergangenen Ringvorlesungen

Ringvorlesung vom 06. Juni 2019

Prof. Dr. Jürgen Kriz studierte Psychologie, Philosophie und Pädagogik sowie Astronomie und Astrophysik an den Universitäten Hamburg und Wien. Mehr als 30 Jare lang lehrte er Psychotherapie und Klinische Psychologie an der Universität Osnabrück. In seinem Vortrag präsentierte er seine »Personzentrierte Systemtheorie«, vor deren Hintergrund der Mensch als Beziehungswesen in und mit seiner Umwelt betrachtet wird. Im Austausch mit Studierenden wurde die Bedeutung für Psychotherapie und -beratung diskutiert.

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Ringvorlesung vom 14. Februar 2019

Prof. Dr. Christian Schmahl ist Ärtzlicher Direktor der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim und Professor für Experimentelle Psychopathologie. Sein Vortag zeigte am Beispiel Borderline-Störung, wie modernes neurobiologisches Wissen in die Forschung und Psychotherapieentwicklung integriert wird.

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Ringvorlesung vom 25. Oktober 2018

Prof. Dr. Michael Linden ist Arzt für Neurologie, Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Er präsentierte im Rahmen unserer Vorlesungsreihe die Themen Verbitterung, Verbitterungsreaktionen und die Posttraumatische Verbitterungsstörung als häufige Phänomene mit erheblichem psychopathologischem Potential.

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Ringvorlesung vom 05. Juli 2018

Im Sommer 2018 probierten wir ein völlig neues Format: Unsere Ringvorlesung wurde live als »Lacast« Podcast an der MSH aufgezeichnet. Florentin Will befragte Dr. phil. habil. Rolf Nemitz dazu, warum es laut Jacques Lacan keinen Geschlechtsverkehr bzw. kein Verhältnis zwischen den Geschlechtern gibt. Das Publikum stieg in den regen und kreativen Austausch ein.

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Ringvorlesung vom 14. Juni 2018

Zoophiles Verhalten ist bis heute kaum erforscht. Als abweichendes sexuelles Verhalten ist es gesellschaftlich tabuisiert, verletzt soziale und rechtliche Normen und bleibt oft im Verborgenen. Nur selten werden Fälle publiziert, bei Behörden aktenkundig oder über die Medien öffentlich, die auf zoophile Motivationen hinweisen. Im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Interesse erscheint es sinnvoll, mehr über dieses Verhalten zu erfahren. Der Vortrag von Prof. Dr. med. Andreas Spengler versuchte eine Bestandsaufnahme aus verschiedenen Wissensgebieten und Blickwinkeln.

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Ringvorlesung vom 15. Februar 2018

Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier präsentierte im Rahmen der Vorlesungsreihe das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) von James McCullough als bisher einzige Psychotherapie, welche spezifisch für chronisch depressive Patienten entwickelt wurde. Die Referentin ist seit 2016 Professorin für Psychotherapieforschung an der Philipps-Universität Marburg (Stiftungsprofessur der Schön Kliniken).

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Ringvorlesung vom 30. November 2017

Mike Mösko leitet die Arbeitsgruppe Psychosoziale Migrationsforschung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und referierte während unserer Ringvorlesung zur »Psychotherapeutische Versorgung von geflüchteten und migrierten Menschen in Deutschland«.

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Ringvorlesung vom 16. November 2017

Prof. Dr. rer. nat. Falk Leichsenring arbeitet als Dipl.-Psych, Psychoanalytiker und Professor für Psychotherapieforschung in der Abteilung Psychosomatik und Psychotherapie an der Universität Gießen und stellte im Rahmen unserer Ringvorlesung seine Forschungsergebnisse zum Thema psychodynamische Therapien vor.

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Ringvorlesung vom 15. Juni 2017

Prof. Dr. med. Ralf Zwiebel ging in seinem Vortrag von der ethischen Dimension der psychoanalytischen Arbeit aus und stellte die verschiedenen Positionen der inneren Arbeitsweise des Analytikers wie Heilen vs. Forschen, Deuten vs. abwartendes Zuhören etc. anhand konzeptioneller Überlegungen und praktischer Fallbeispiele dar.

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Ringvorlesung vom 18. Mai 2017

PD Dr. Ingo Schäfer, MPH, arbeitet als Oberarzt und Leiter der AG Trauma- und Stressforschung in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Er referierte über »Komplexe Posttraumatische Störungen – Konzepte und Behandlungsansätze«.

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Ringvorlesung vom 16. Februar 2017

Im Rahmen unserer Vorlesungsreihe zeigte der renommierte Experte für MS, Prof. Dr. med. Christoph Heesen, die neuesten Entwicklungen zum Thema Multiple Sklerose und die Macht von Gedanken und Verhalten auf.

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Ringvorlesung vom 19. Januar 2017

Der Experte Prof. Dr. Martin Bohus beleuchtete  in seinem Vortrag  »Was wissen wir heute über Borderline-Störungen?« den aktuellen Forschungsstand zur Borderline-Persönlichkeitsstörung und gab Einblicke in zentrale Entwicklungen in den vergangenen Jahren sowie zukünftige Forschungs- und Behandlungsfelder.

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Ringvorlesung vom 08. Dezember 2016

Funktionelle neurologische Störungen (Konversionsstörungen)  - sie kommen häufiger in der Neurologie vor als vermutet. Im klinischen Alltag werden sie trotz medizinischer Relevanz viel zu häufig übersehen oder nicht angemessen behandelt. Der renommierte Experte Prof. Dr. med. Roger Schmidt stellte ein pragmatisches Diagnose- und Therapiemodell vor.

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Ringvorlesung vom 24. November 2016

Wir konnten den renommierten Experten Prof. Dr. habil. Hans- Ulrich Wittchen gewinnen, der in seinem Vortrag neuere Entwicklungen der Third Generation Psychotherapies beleuchtete. Er prüfte ihre Evidenz sowie ihr Potenzial und stellte Ansätze vor, wie eine weitere Abspaltung im Spannungsfeld zwischen Forschung und Praxis vermieden werden kann.

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