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Vortragsreihe

eHealth 360° - Perspektiven & Erfahrungen von Branchenexperten

Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen schreitet unaufhaltsam und mit großer Dynamik voran. Durch neue Anwendungen werden alle Player einbezogen und gefordert. Krankenhäuser sollen Patientenportale entwickeln, Krankenkassen müssen ihren Versicherten Elektronische Patientenakten zur Verfügung stellen (und z. B. für »Apps auf Rezept« die Kosten übernehmen). Schließlich werden auch Patientinnen und Patienten zu aktiven Beteiligten an den transformierten Prozessen, z.B. sobald auf das Elektronische Rezept umgestellt wird. Für die Industrie ergeben sich nach mageren Jahren nicht nur neue Absatzperspektiven, sondern vor allem auch spannende Innovationsfelder.

Diese Herausforderungen machen die unterschiedlichen Interessen und Ziele der Beteiligten in der Branche schnell deutlich. Um die Entwicklung im deutschen Gesundheitswesen nachvollziehen zu können, müssen die jeweiligen Perspektiven und Erwartungen auf den Tisch gelegt werden. Die Vortragsreihe »eHealth 360° - Perspektiven & Erfahrungen von Branchenexperten« hat genau das zum Ziel. In einzigartiger Form kommen in mehreren virtuellen Vorträgen hochkarätige Vertreter der genannten Player zu Wort.

Bernhard Calmer

Donnerstag, der 25. November ab 18:00 Uhr

»Sechs Hypothesen für ein digitales Gesundheitswesen«
mit Bernhard Calmer

Bernhard Calmer, CGM Clinical Deutschland
(Internationaler Software-Anbieter im Gesundheitswesen)

Der Referent unseres dritten Vortragstermins, Bernhard Calmer studierte Betriebswirtschaft in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Nach zunächst neun Jahren Kliniktätigkeit begleitet er bis heute die IT-Entwicklung im deutschen Gesundheitswesen. Von der Dataplan Software GmbH über SMS, Siemens und Cerner wurde die Softwaresparte mehrfach und zuletzt an CGM verkauft. Dort arbeitet er aktuell als Geschäftsführer der neu gegründeten CGM Clinical Europe GmbH und ist Mitglied des Vorstandes des Bundesverbandes Gesundheits-IT (bvitg). Das Krankenhauszukunftsgesetz  (KHZG), ein umfassendes Investitionsprogramm des Bundes, impliziert den notwendigen Schub für deutsche Kliniken, die bisher eher rudimentären und nur teilweise IT-gestützten klinischen Prozesse zu digitalisieren. Kontrovers werden in diesem Zusammenhang u.a. die Finanzierung, der kurze Förderzeitraum sowie die damit einhergehenden Herausforderungen auf Krankenhaus-, Berater- und Industrieseite diskutiert. Während einige Kliniken erst beginnen, sich mit dem Thema zu beschäftigen, sind andere auf dem Weg zu einer nachhaltigen Digitalisierungsstrategie schon einige Schritte weiter. Letztere nutzen die Möglichkeiten des KHZG, sich professionsübergreifend mit klinischen Prozessen und intensiv mit den Chancen der Digitalisierung zu befassen. Das KHZG soll bis Mitte des Jahrzehnts umgesetzt werden. Wo wollen wir dann mit der Digitalisierung stehen? Der Vortrag diskutiert in 6 Hypothesen, wie der Übergang zu einer digitalen Medizin gelingen könnte.


Kostenlose Anmeldung unter veranstaltung(at)medicalschool-hamburg.de. Den Link zur Teilnahme erhalten Sie rechtzeitig vor der Veranstaltung per E-Mail.

 

 

Veranstaltungsrückblicke

PD Dr. Ivo Markus Heer

Mittwoch, der 18. August

»eHealth im Klinik-Kontext«
mit PD Dr. Ivo Markus Heer

Den Anfang unserer Vortragsreihe machte PD Dr. Ivo Markus Heer. Er war von 2015 bis 2020 Ärztlicher Direktor im Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster und leitet seit 2010 die dortige Frauenklinik. In seiner Funktion hat er einen umfassenden Einblick in die Digitalisierung des Krankenhauses bekommen und war an einer Vielzahl von Projekten beteiligt. Die Herausforderung besteht nicht nur darin, die Digitalisierung innerhalb des Krankenhaues voranzutreiben, sondern auch darin, sich digital zu vernetzen, z. B. mit anderen Kliniken oder Patienten. Seiner Meinung nach sollten digitale Produkte und Anwendungen künftig mehr aus Patientensicht entwickelt werden, um den Patienten wieder vermehrt in Diagnose und Behandlung miteinzubeziehen. Der Patient sei nicht das Objekt der Behandlung über das gesprochen wird, sondern das Subjekt, welches aktiv in die Behandlung miteinbezogen wird. Das Tablet als Barriere zwischen Patientenbett und Mediziner sei nicht zielführend. Die angewendeten Tools, wie z.B. digitale Patientenakten, seien oft überladen mit Informationen und für Laien kaum verständlich. Zudem sei IT-Sicherheit im Gesundheitswesen ein Thema, was oft noch nicht ernst genug genommen wird, dabei seien gerade Patientendaten hochsensibel und müssten daher besonders geschützt werden.

Thomas Heilmann, Techniker Krankenkasse

Dienstag, der 14. September

»eHealth im Krankenkassen-Kontext« 
mit Thomas Heilmann

Thomas Heilmann, Referent unseres zweiten Beitrags, arbeitet seit knapp 30 Jahren bei der Techniker Krankenkasse und verantwortet verschiedene Bereiche im Versorgungsmanagement. Die TK ist mit 11,6 Millionen Kunden die größte gesetzliche Krankenkasse in Deutschland. 2006 wurde mit dem Aufbau und der Betreuung der Disease-Management-Programme begonnen. Sein Team entwickelte bereits verschiedene digitale Anwendungen, wie den TK-GesundheitsCoach, die TK-Husteblume, TK-BabyZeit oder TK-Doc. Über letztere Anwendung können Patientinnen und Patienten 24/7 das 100-köpfige Team des TK-ÄrzteZentrums via Online-Sprechstunde erreichen und über die entsprechende App eRezepte abrufen.

In seinem Vortrag berichtete Herr Heilmann außerdem, dass die größte Herausforderung nicht der Bedarf sei – der sei ohnehin da – sondern die digitalen Produkte im Versichertenkreis bekanntzumachen. Am besten gelinge dies über Social Media, da ein »Medienbruch« ausbliebe (z.B. im Gegensatz zu Anzeigen oder Artikeln in der hauseigenen Print-Kundenzeitschrift). Laut Herrn Heilmann ist das Potenzial von eHealth-Produkten nahezu unerschöpflich: Erinnerungen an Vorsorgeuntersuchungen per App, Medikamenten-Wechselwirkungs-Check und digitaler Impfpass. Die TK hat das Ziel, aktiver Gesundheitspartner der Versicherten zu werden, um sie in jeder Lebensphase bestmöglich und individuell unterstützen zu können. So wandele sich die Wahrnehmung des Begriffs »Gesundheit« über die Lebensspanne von »fit werden« in jungen Jahren bis hin zu „gesund bleiben oder werden“ im Alter. Laut Thomas Heilmann sind Gesundheits-Apps und andere digitale Produkte von gesetzlichen Krankenkassen für Nutzer besonders überzeugend, weil sie kein Geld mit dem Verkauf oder den Nutzerdaten verdienen. Bezahlen tut die Krankheit, indem präventiv vorgebeugt wird.

Veranstaltungsorganisation

Wenke Ladenthin, M.A.

Fon: 040.361 226 49148
Fax: 040.361 226 430

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