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IPG Mediabrands Denmark, Kopenhagen (WiSe 18/19)

Das fünfte Semester stand vor der Tür und somit auch das Praktikum. Aufgrund meiner bereits gesammelten Arbeitserfahrungen im Bereich Human Resources kam für mich nur ein Praktikum im Ausland in Frage. Ich bin bereits über mehrere Monate auf Reisen gewesen und sogar im Ausland zur Schule gegangen, aber richtige Arbeitserfahrungen konnte ich bisher im Ausland nicht sammeln. Dies galt es nachzuholen.

Insgesamt habe ich vier Bewerbungen geschrieben. Die Bewerbungen waren an Unternehmen in London, Madrid, Luxemburg und Kopenhagen adressiert. Ich habe mich auf Europa beschränkt, um für das Erasmus+-Stipendium in Frage zu kommen. Leider habe ich aus Luxemburg und Madrid ziemlich schnell eine Absage bekommen. Vor allem die Rückmeldung aus Madrid, dass für ein Praktikum zwingend Spanischkenntnisse benötigt werden, hat mich betrübt. Jedoch kam kurz darauf eine Rückmeldung aus London und ich hatte das Glück mit der HR-Direktorin ein Vorstellungsgespräch in Hamburg zu führen, da sie beruflich gerade in Deutschland war. Das Gespräch verlief sehr gut und hinterließ auch für mich einen positiven Eindruck. Kurz danach wurde auch Interesse aus Kopenhagen bekundet, und nach mehreren Skype Interviews habe ich den Praktikumsplatz in Kopenhagen als HR Project Manager angenommen. Die Arbeitssprache war für mich Englisch, da ich kein Dänisch spreche. Mit der Zusage des Praktikums in Kopenhagen konnte ich mich mit einem Motivationsschreiben für das Erasmus+-Stipendium des International Office der MSH bewerben. Hier habe ich natürlich bereits im Voraus Informationen bei Frau Rebello eingeholt, die stets ein offenes Ohr hatte und mir mit Rat und Tat zur Seite stand.

Ein Praktikum im Ausland hört sich einfach nur toll an und man vergisst schnell, dass zu einem Praktikum eine Menge mehr dazu gehört, als einfach nur einen Arbeitsvertrag in den Händen zu halten. Die Lebenshaltungskosten in Skandinavien sind unheimlich hoch, weswegen das Stipendium für diese Länder ebenfalls höhere Raten umfasst. Das Stipendium deckt jedoch bei Weitem nicht alle Kosten ab. So floss mein halbes Stipendium in die Kaution für meine Wohnung. Meine Praktikumstätigkeit wurde vergütet, weswegen ich mit dem Stipendium und der Vergütung in Kombination gut über die Runden kam. Jedoch ist in meinem Fall anzumerken, dass ohne diese Kombination meine Kosten nicht gedeckt gewesen wären. Daher ist definitiv eine Kalkulation der Kosten ratsam noch bevor das Praktikum angetreten wird, um Überraschungen zu vermeiden.

Kopenhagen ist eine traumhafte schöne Stadt. Zwar war ich über die Wintermonate da, aber den Charme verliert die Stadt selbst im Winter nicht. Zum Glück war ich das Hamburger Wetter bereits gewohnt, in Kopenhagen war dies nicht anders. Kopenhagen fesselt mit seinen vielen bunten und alten Häusern sowie mit vielen kleinen Cafés und Restaurants. Und natürlich ist ein Fahrrad in der Stadt nicht wegzudenken. Wirklich jeder fährt mit dem Fahrrad. Kopenhagen ließ mich den Wunsch verspüren, mehr von Skandinavien zu sehen und so nahm ich mir zum Ziel, innerhalb von sechs Monaten in alle skandinavischen Länder zu fahren.

Aufgrund meiner Position als HR Project Manager hatte ich keine täglichen Aufgaben zu erledigen. Ich war vielmehr dafür verantwortlich, neue Projekte im Rahmen der HR-Abteilung durchzuführen, zu analysieren und die Ergebnisse in das Alltagsgeschäft der Kollegen und Kolleginnen zu implementieren. Zum Beispiel erarbeitete ich das Projekt »Social Mapping« und führte Interviews mit über 120 Kollegen an den verschiedenen Standorten in Dänemark. Das Ziel war es herauszufinden, wie stark einzelne Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens sozialisiert sind bzw. wie stark sich die Silos innerhalb des Unternehmens (standortweise, abteilungsweise) äußern. Aufgrund der Ergebnisse wurden erste Maßnahmen eingeleitet, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern, wie zum Beispiel das Implementieren von Lunch Bingo (Socializing). Des Weiteren habe ich nach geeigneten Partnerschaften mit externen Firmen zum Thema »Engagement und Mitarbeiterzufriedenheit« gesucht, die uns unterstützen können. Ich habe zusammen mit meinem Chef (Learning & Development Manager) an der Performance unserer Kollegen und Kolleginnen gearbeitet sowie Ziele gesetzt und die anschließenden Bewertungen nach einer bestimmten Zeit durchgeführt. Darüber hinaus lernte ich mit dem Persönlichkeitstest »Talent Q« umzugehen und diesen zu präsentieren. Talent Q ist an das Big Five Model angelehnt und dient dazu, verschiedene Charaktere innerhalb einer Abteilung zu identifizieren. Talent Q wird jedoch auch für die Auswahl einer Person in Vorstellungsgesprächen verwendet. Unter anderem führte ich den Test mit Kollegen in Oslo durch, unterstützte den Workshop und interpretierte mit meinem Vorgesetzten zusammen die Ergebnisse. Des Weiteren war ich für unsere jungen Talente zuständig. Dem Unternehmen ist es wichtig, die sogenannten »young guns« in der Media Welt einige Einblicke zu ermöglichen. So organisierte ich beispielsweise mit Google zusammen einen Workshop zum Thema »I am remarkable«. In dem 90-minütigen Workshop wurde den Teilnehmern die Bedeutung der Selbstdarstellung in ihrer Karriere verdeutlicht und ihnen Werkzeuge an die Hand gegeben, welche zur eigenen Vermarktung gebraucht werden, um mit der Entwicklung dieser Fertigkeit zu beginnen.

Während meines Aufenthaltes habe ich mir natürlich auch in meiner Freizeit die Stadt angeschaut. Beispielsweise schaute ich mir das Schloss Rosenburg an und war in der dänischen Nationalgalerie »Statens Museum for Kunst«, welches das größte Museum für Bildende Kunst in Dänemark ist. Aber auch das berühmte Nyhavn darf natürlich nicht fehlen oder die Freistadt Christiania, eine staatlich geduldete autonome Gemeinde innerhalb Kopenhagens.

Auch konnte ich meinen Wunsch erfüllen, alle skandinavischen Länder zu bereisen. Aus beruflichen Gründen flogen wir des Öfteren nach Stockholm und nach Oslo, um Workshops zu geben. Helsinki bereiste ich privat mit einer Freundin für einen Wochenendtrip.

Die Möglichkeit, mit Erasmus+ ins Ausland zu gehen, war einfach nur toll. Das Stipendium hat mir vor allem den Start erleichtert, da ich gerade am Anfang höhere Kosten zu stemmen hatte. Generell hat die Praktikumszeit mir eine persönliche und auch berufliche Weiterentwicklung ermöglicht. Das im Studium an der MSH erlernte Fachwissen im Bereich Arbeits- und Organisationspsychologie konnte ich sehr gut in meinen Arbeitsalltag einbringen. Zudem hatte ich gleichzeitig die Möglichkeit, meine interkulturellen Kompetenzen zu erweitern und noch mehr internationale Kontakte zu knüpfen.

Ich kann definitiv jedem ein Auslandspraktikum in Kopenhagen empfehlen.

International Office

Antonio Zizza, Fremdsprachenkorrespondent

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