Prof. Dr. Jan Dettmers

Jan Dettmers

Prof. Dr. Jan Dettmers
Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie

Am Kaiserkai 1
20457 Hamburg

Fon: 040.361 226 49312
Fax: 040.361 226 430
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Sprechzeiten: Dienstag von 14:30 bis 15:30 Uhr

Biographie

Prof. Dr. Jan Dettmers, geboren 1976, studierte Psychologie, Informatik und Soziologie an Universität Hamburg und Università La Sapienza in Rom. 2004 schloss er sein Studium 2004 als Diplom-Psychologe ab.

Nach einer Tätigkeit als Programmierer und Systemadministrator bei der Presseagentur Avionews in Rom startete er sein Promotionsvorhaben 2005 an der Universität Hamburg im Projekt „InnoWerk – Innovationen im Handwerk“, wo er die Rolle des  Aufgabenverständnisses von Handwerkern für die Innovativität und Kundenorientierung von Handwerksbetrieben untersuchte.

Nach seiner Promotion arbeitete Jan Dettmers zunächst als freiberuflicher Berater, Trainer und Dozent in den Bereichen Kommunikation, Stressmanagement, Gefährdungsbeurteilungen und Organisationsentwicklung und absolvierte 2010 bei der Grundig Akademie eine Weiterbildung für Systemische Organisationsentwicklung.

Ende 2009 übernahm Jan Dettmers an der Universität Hamburg die Projektkoordination im BMBF-Projekt RUF, in dem die psychischen und physiologischen Auswirkungen von Rufbereitschaft untersucht wurden sowie Kriterien für die Gestaltung von Rufbereitschaft entwickelt wurden. Daneben startete er 2011 ein Projekt mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheit und Wohlfahrtspflege (BGW) in der eine Längsschnittstudie die Validität einer stressbezogenen Arbeitsanalyse für Klinikärztinnen und –ärzte untersuchen sollte.

2011 erhielt Jan Dettmers den Ruf auf eine Juniorprofessur für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Hamburg. Nach einem Forschungs- und Lehraufenthalt an der Macquarie University, Sydney (Australien) und einer Vertretungsprofessur an der Universität Leipzig von 2014 bis 2015 beendete Jan Dettmers die erste Phase seiner Juniorprofessur mit erfolgreicher Zwischenevaluation im September 2015. Im Oktober 2015 übernahm er dann die Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Medical School Hamburg.

Lehrtätigkeit

Bereits als Doktorand übernahm Jan Dettmers 2007 seinen ersten Lehrauftrag für die Themen Kundenorientierung und Innovation an der Universität Hamburg. Nach der  Promotion lehrte er in verschiedenen Fachgebieten der Psychologie. So übernahm er Lehraufträge für die Bereiche Allgemeine Psychologie, Statistik und Seminare zur Arbeits- und Organisationspsychologie. Thematische Schwerpunkte bildeten dabei die Themen Arbeit- und Gesundheit, betriebliches Gesundheitsmanagement, Flexible und Entgrenzte Arbeit, Freizeit und Erholung sowie Change Management. Seit 2012 übernahm Jan Dettmers als Juniorprofessor die Vorlesung Einführung in die Arbeits- und Organisationspsychologie sowie als Vertretungsprofessor von 2014-2015 die Lehre im Bachelor und Master Psychologie an der Universität Leipzig.

Neben der universitären Präsenzlehre entwickelte Jan Dettmers für die Hamburger Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung Online-Trainingsmodule zu den Themen Personal- und Organisationsentwicklung sowie zum betrieblichen Gesundheitsmanagement und führte diese als Dozent durch.

Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsschwerpunkte von Jan Dettmers liegen in den Bereichen Flexible Arbeit und Gesundheit, Work-Home-Interaction, Dienstleistungsarbeit und Innovation. Nach seiner Promotion spezialisierte sich Jan Dettmers auf flexible Formen der Arbeit, die sich einerseits durch einen hohes Ausmaß an Autonomie und Selbststeuerung, anderseits durch ein Verschwinden herkömmlicher Struktur und Grenzen auszeichnen.

Bezüglich des ersten Aspekts untersucht Jan Dettmers seit langem die Wirkungen entgrenzter Arbeit und deren Auswirkungen auf Erholungsprozesse und die Life-Domain Balance. Insbesondere publizierte er zahlreiche Artikel zum Thema Erweiterte Verfügbarkeit („Ständige Erreichbarkeit“). Auf der Grundlage seiner empirisch Befunde zu vermittelnden Prozessen und moderierenden Faktoren der Wirkung von erweiterter Verfügbarkeit entwickelte er ein Gestaltungs- und Trainingskonzept für den gesundheitsförderlichen Umgang mit erweiterter Verfügbarkeit.

Zum Zweiten Aspekt beforscht Jan Dettmers belastende Aspekte von hoher Arbeitsautonomie sowie die Rolle selbstgefährdender Coping-Strategien im Umgang mit Stress, v.a. Zeitdruck, welche die negative Wirkung von Stress verstärken können. Seit Ende 2013 leitet Jan Dettmers das Verbundprojekt EngAGE mit Projektpartnern an der Universität Hamburg, Humboldt Universität zu Berlin, Fachhochschule Lübeck, GITTA mbH und GEPRO mbH. Im Projekt EngAGE geht es um die zweischneidige Wirkung von hoher Autonomie bei der Arbeit. Auf der Grundlage einer Reihe von durchgeführten Studien wird ein Online Coach zur Vermittlung von Arbeitsgestaltungskompetenz für Beschäftigte entwickelt, die große Anteile ihrer Arbeit selbst gestalten können /und müssen (mobil-flexible Beschäftigte, Solo-Selbständige, etc.).

Seit 2016 leitet Jan Dettmers ein BMBF-Projekt an der Medical School Hamburg, in dem es um die Interaktion von betrieblichen und außerbetrieblichen Faktoren bei der Entstehung von Zeitdruck geht. Hierzu werden ambulatorische Messungen über elektronische Tagebücher und physiologische Indikatoren (z.B. das Stresshormon Cortisol) erfasst, um so Aufschlüsse über die Wirkzusammenhänge bei der Entstehung von Zeitstress zu gewinnen.

Publikationen