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Bond University, Australien (SoSe 2017)

Hallo und herzlich willkommen zum Bericht über mein Auslandssemester von Anfang Mai bis Ende August 2017 an der Bond University an der Gold Coast!

Vorbereitung in Deutschland

Als die Idee vom Auslandssemester aufkam, ging der erste Blick auf die Seite des International Office der MSH und die Liste mit den kooperierenden Hochschulen im Ausland. Offensichtlich hast du es bereits genauso weit geschafft, von daher schon einmal Glückwunsch dazu.

Da mir die Frage „Warum ausgerechnet Australien und Bond?“ oft gestellt wurde: 1. Ich war vorher noch nie in Australien, wollte Land und Leute kennenlernen und habe nur Gutes davon gehört (von etlichen Work-and-Travel-Deutschen z.B.) 2. In Australien ist es nicht unbedingt kalt 3. Die Bond University ist ein bewährter Partner der MSH in Australien; es gibt Kurse, die für mein Psychologiestudium angerechnet werden und die Semesterzeiten sind kompatibel. Hört sich recht simpel an, aber ehrlich gesagt, waren das die Gründe.

Bei der Vorbereitung wurde ich sehr gut vom International Office und von Gostralia! unterstützt, auch während des Semesters, was wirklich hilfreich war.

Studieren an der Bond

Das Semester an der Bond startet mit ein paar Einführungstagen, die man super dafür nutzen kann, andere Studenten kennenzulernen und bei ein paar leckeren Kleinigkeiten ins Gespräch zu kommen.

Wenn es dann tatsächlich losgeht, steht man zwölf Wochen Unialltag gegenüber, die sehr schnell vorübergehen. Da man nur vier Kurse belegt, ist der Stundenplan normalerweise recht ausgedünnt, sodass in der Regel auch ein Tag unter der Woche frei bleibt. Die meisten Studenten, die den kompletten Studiengang an der Bond machen, nutzen den Tag um zu arbeiten, andere kalkulieren ihn in die Reiseplanung mit ein. Er ist aber auch recht hilfreich, um die Zeit in Hausarbeiten zu investieren, wenn man gute Noten von sich erwartet. Denn von den Hausarbeiten gab es in meinem Semester reichlich: Ab Woche vier stehen regelmäßig Prüfungsleistungen in Form von eben diesen 1.500 bis 2.000 Wörter umfassenden Hausarbeiten oder kleinen Multiple Choice Quizzes an. Während die Wörterzahl recht harmlos wirkt, entpuppte sich das Verfassen von akademischen Texten auf Englisch dann doch als Herausforderung. Dies führte aber eben auch dazu, dass sich mein Englisch meines Erachtens auch im Schriftlichen verbessert hat, was ein ganz erfreulicher Effekt ist.

Während man in Woche 13 frei hat, warten in Woche 14 dann die end-of-semester exams. Die wirken zunächst etwas überwältigend, aber durch die anderen Prüfungsleistungen hat man in der Regel schon mehr als 50% der Endnote eingefahren, sodass diese Prüfungen nicht den deutschen Stellenwert einnehmen und auch nur Stoff aus zwölf Wochen Uni enthalten.

Ein großer Pluspunkt der Bond sind die enorm kleinen Kursgrößen, speziell in den Tutorials. Teilweise waren nur acht Studenten in meinen Tutorialgruppen, was es sehr persönlich macht und mit einer hohen Ansprechbarkeit der Dozenten einhergeht. Diese waren auch sehr hilfsbereit und beantworten alle Fragen. 

Nichtsdestotrotz möchte ich hier nicht unerwähnt lassen, dass die Studiengebühren recht üppig ausfallen, also falls du dir aktuell noch nicht darüber im Klaren bist, würde ich empfehlen, dass du überprüfst, ob das finanziell machbar ist, bevor die großen Träume von einem Australien-Semester dann daran zerschellen.

Campus

Der Campus der Uni ist schön und enorm gepflegt. Ich würde allerdings empfehlen, in den Orientierungstagen auf das kleine Heftchen zu achten, in dem der Gebäudeplan enthalten ist, da ich mich anfangs häufig mithilfe von Fragen zum nächsten Raum navigiert habe.

Es gibt zahlreiche Computer in der Library und hunderte Gruppen- oder Einzeltische, an denen man ruhig lernen kann. Wenn man also lernen möchte, dann kann man dieser Tätigkeit an der Bond sicherlich nachgehen. Die Bibliothek ist gut ausgestattet; obwohl zu Beginn empfohlen wurde, Bücher zu erwerben, konnte ich immer, wenn ich ein Buch benötigt habe, ein Exemplar ausleihen (für eine Woche).

Nicht nur an den Orientierungstagen, sondern auch jeden Mittwochmittag wird auf dem Campus gegrillt, Studenten essen dabei umsonst. Auch sonst lohnt es sich, Augen und Ohren offen zu halten. Diese Aktionen werden meistens von einzelnen Clubs organisiert, von denen es eine wahre Masse zur Auswahl gibt. Für einen Vorgeschmack kann man die Clubliste online einsehen (https://busa.com.au/student-life/clubs).

Besonders hervorheben möchte ich die Bandbreite an Sportangeboten, die an der Bond zur Verfügung stehen! Während ich mich mit Volleyball, Beachvolleyball, Futsal, Tischtennis, Squash und Basketball beschäftigt habe, dürfte jeder Sportbegeisterte mehr als nur auf seine Kosten kommen. Das Fitness Center habe ich zwar nie betreten, aber mir sagen lassen, dass es ebenfalls hervorragend ist, und so wirkte es auch von außen.

Wohnen und soziale Kontakte

Was mein Auslandssemester für mich wertvoll gemacht hat, sind in erster Linie die Menschen, die ich kennenlernen durfte! Meine ganze Wertschätzung für die Leute, die mir in der Zeit in Australien ans Herz gewachsen sind, werde ich hier wohl kaum unterbringen können, deshalb schreibe ich einfach weiter. In ganz besonderer Weise möchte ich einen von den angesprochenen zahlreichen Clubs an der Uni hervorheben. Aus UniGlow sind wohl die meisten meiner Freundschaften hervorgegangen, und dafür bin ich außerordentlich dankbar. Es handelt sich um eine christliche Gruppe und sie hat meinen Aufenthalt maximal bereichert. Auch falls du dich nicht als Christ bezeichnest, empfehle ich dir diese Gruppe, da du hundertprozentig warmherzig aufgenommen wirst und ebenfalls von dieser tollen Gemeinschaft profitieren kannst.

Nicht nur in UniGlow, sondern auch an der Bond generell gibt es eine Vielzahl von internationalen Studierenden, vor allem Asiaten. Das ist ein Feature, was mir auch sehr gut gefallen hat, da ich noch nie zuvor so häufigen Kontakt mit Asiaten hatte und damit die asiatische Kultur besser kennenlernen und auch mit Vorurteilen aufräumen konnte (bzw. manche Vorurteile bestätigten sich auch). Neben den Asiaten habe ich auch einige Südamerikaner liebgewonnen, sodass der interkulturelle Austausch insgesamt für mich sehr weit oben auf der Liste der prägnanten Erfahrungen steht. Nicht zu vergessen sind natürlich die einheimischen Australier, die ich kurz und knapp einfach mal als tiefenentspannt, freundlich und hilfsbereit bezeichne, weil das sehr zutreffend ist, wie ich finde.

Besonderen Kontakt zu Australiern hatte ich vor allem dadurch, dass ich bei Gasteltern gewohnt habe. Die genannten australischen Attribute habe ich dort live erfahren, sodass ich mich enorm wohl gefühlt habe. Dazu beigetragen hat auch, dass mir das Abendessen immer sehr gut geschmeckt hat. Abgesehen von diesen oberflächlichen Gründen war wohl auch die Tatsache ausschlaggebend, dass ich mit meinen Gasteltern sonntags in eine christliche Gemeinde gegangen bin, in der ich ebenfalls sehr herzlich aufgenommen wurde, viele gute Kontakte knüpfen und mich auch helfend einbringen konnte.

Die Wohnungen On-Campus sind offensichtlich mit kurzen Wegen zu den Univeranstaltungen verbunden. Allerdings sind keine Küchen enthalten (bzw. teilweise Gemeinschaftsküchen für mehrere Apartments) und man ist verpflichtet, einen bestimmten (hohen) Betrag auf die Studentenkarte aufzuladen, mit der man dann in der Kantine bezahlt. Auch wenn das in meiner Beschreibung jetzt etwas negativ rüberkommt, geht eine Unterbringung auf dem Campus sicherlich mit viel Komfort einher. Es gibt auch sehr viele Studentenwohnungen um den Campus herum.

Gold Coast und Reisen

Die Gold Coast ist insgesamt ein sehr schöner Ort und die Sandstrände machen durch ihren feinen Sand und relativ wenige Strandbesucher auf sich aufmerksam. Die Uni ist allerdings einige Minuten von der Küste entfernt: Mit dem Fahrrad hat es 20 Minuten gedauert, dementsprechend schneller wäre es mit dem Auto. Die öffentlichen Verkehrsmittel (konkret: die Busse) sind häufig verspätet, weshalb ich mit meiner Fahrradvariante sehr zufrieden war. Dass die Strände nie voll waren, mag mit der Jahreszeit zusammenhängen, da der deutsche Sommer dem australischen Winter entspricht. Temperaturtechnisch heißt das mittags um die 20 Grad, die sich in der Sonne wärmer anfühlen, aber morgens und abends 15 Grad, die sich ohne Sonne kälter anfühlen. Von daher auch warme Kleidung einpacken, es sei denn du gehst in anderen Monaten nach Australien, dann dürfte es durchgehend heiß sein. Die Sonne geht auch schon recht früh unter, nämlich um 17 Uhr (im Juni). Das heißt aber auch, dass man die Sonnenuntergänge sieht – und die sind an der Gold Coast atemberaubend schön. Eins meiner Highlights war ein Sonnenaufgang (die sind dafür schon sehr früh).

Für das Reisen habe ich mir vor und nach dem Semester Zeit genommen, um die Ostküste und Darwin zu sehen.  Als Fazit dazu kann ich eigentlich nur empfehlen, viel Zeit einzuplanen, weil Australien einfach ein wunderschönes aber auch ein riesiges Land ist und viel zu bieten hat.

Falls du bis hierher durchgehalten hast, bedanke ich mich für dein Interesse und hoffe, dass dir die ein oder andere Information hilfreich erscheint, falls du selbst ein Auslandssemester planst.

Die Planung eines Auslandssemesters geht mit einigem Aufwand einher, aber es lohnt sich! Ich habe es zu keinem Zeitpunkt bereut, sondern viel mehr davon profitiert, als ich es vorher erwartet hätte. Es ist eine unglaublich tolle Erfahrung, die ich nie vergessen werde!

Sollten noch Fragen offen sein, die du mir stellen möchtest, frage doch einfach im International Office der MSH nach meiner Email-Adresse, dann beantworte ich gerne mögliche Fragen.

See ya later,

Graham

Impressionen des Auslandsemesters an der Bond University

International Office

Merryl Rebello

Leitung Career Center

Heidi Cummerow