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Kunst und Coping

Im Hinblick auf das Thema Krankheits- und Stressbewältigung bzw. Coping haben in den letzten Jahren künstlerische Verfahren wie beispielsweise die Kunsttherapie erkennbar an Bedeutung gewonnen und gehören inzwischen zum Leistungsspektrum von ca. 60 Prozent aller rehabilitativen Einrichtungen und ca. 50 Prozent aller Akut-Kliniken in Deutschland. Zur Indikationsstellung kunsttherapeutischer Verfahren führen onkologische oder multimorbide Erkrankungen, Behinderungen, schwere sekundäre psychische Belastungen, Risikofaktoren durch psychosoziale Belastungen und Compliance-Störungen, also Erkrankungen, in denen die Entwicklung von Copingstrategien in der Regel Bestandteil der therapeutischen Zielstellung ist.

Der Forschungsbereich Kunst und Coping trägt der damit einhergehenden Notwendigkeit Rechnung, künstlerische oder kunsttherapeutische Verfahren wissenschaftlich zu fundieren. Die Forschung bezieht sich dabei sowohl auf klassisch klinische Bereiche wie beispielsweise die Psychoonkologie oder Gerontologie als auch auf außerklinische Bereiche, die im Bereich der Rehabilitation und Prävention angesiedelt sind sowie auf mögliche Schnittstellen zwischen klinischen und außerklinischen Bereichen.

Aufbau eines offenenen Ateliers für Menschen mit Demenz im Frühstadium

Mit Mitteln des Ministriums für Familie, Senioren, Frauen und Gesundheit unterstützt unser Forschungsinstitut ISER ein Projekt zur künstlerischen Arbeit mit von Demenz betrioffenen Menschen in Hamburg.

Es geht zunächst um den Aufbau eines Netzwerkes, das die Teilhabe von Menschen mit Demenz im frühen Stadium im Stadtteil Altona fördert. Mit den Partnern des Netzwerkes sollen für diesen Personenkreis gerichtete Teilhabeangebote entwickelt und in der Umsetzung begleitet werden. Die zentrale Rolle wird hierbei  die Entwicklung eines Offenen Ateliers im Stadtteil  haben. Das Atelier soll als fester Ort im Quartier etabliert werden, in dem Menschen mit Demenz im Frühstadium künstlerisch arbeiten können. Neben der kreativen Arbeit dient das Atelier außerdem als Plattform,  Menschen mit Demenz in den künstlerischen und kulturellen Kontext des Stadtteils einzubinden.

Gefördert von

Evaluationsprojekt "kunst und gesund" in Kooperation mit STADTKULTUR Netzwerk Bayerischer Städte e.V.

Das landesweite Netzwerk STADTKULTUR veranstaltet im Jahr 2018 gemeinsam mit 20 Mitgliedskommunen in Bayern ein Kunstfestival zum Thema „kunst und gesund“. Es soll das Potential von künstlerischer Projekt- und Kulturarbeit für gesundheitsförderliche Lebenswelten  genutzt und erprobt werden. Da die Verbindung von Kunst und Gesundheitsförderung im Rahmen der kommunalen Kulturarbeit bisher erst wenig erforscht und etabliert ist, soll dem Kunstprojekt „kunst und gesund“ eine wissenschaftliche Studie zur Seite gestellt werden, die der Überprüfung und Weiterentwicklung von Formaten in der Kulturarbeit dienen soll, die an der Schnittstelle von Kunst und Gesundheitsförderung operieren.  
Zu diesem Zweck kooperiert STADTKULTUR Netzwerk Bayerischer Städte e.V. mit dem Department Kunst, Gesellschaft und Gesundheit an der MSH Medical School Hamburg, das über das Know-How verfügt, ein solches Projekt wissenschaftlich zu begleiten. Das Forschungsteam bildet die erforderlichen interdisziplinären Kompetenzen in der Begleitung von Entwicklungs- und Veränderungsprozessen ab, die sich an der Grenze zwischen Kunst und Gesundheitsförderung bewegen sowie an der Grenze zwischen Kunst und Systementwicklung.
Ziel der wissenschaftlichen Begleitung ist

  • die Identifizierung von Qualitätsmerkmalen einer Kulturarbeit an der Grenze zwischen Kunst und Gesundheitsförderung
  • die Entwicklung von Ideen und inhaltlichen Vorstellungen zur Etablierung einer solchen Kulturarbeit
  • die Nutzung vorhandener Ressourcen für ihre Realisierung
  • die Evaluierung von laufenden Projekten
  • die Entwicklung neuer Formate.

Die Experten für die Kulturarbeit sind die Vertreter aus den Kommunen. Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes dient dazu, die vorhandenen Ressourcen, die sich aus dieser Expertise ergeben, zu erschließen und für das Gesamtprojekt nutzbar und explizit zu machen.

Gefördert von

Wahrnehmungsförderung im Rettungsdienst: ein Projekt mit der Björn-Steiger-Stiftung

Unser „Institute for Subjective Experience and Research (ISER)“ stellt im Rahmen der Initiative „Baby-Notarztwagen“ der Björn Steiger Stiftung ein Modul zur Wahrnehmungsförderung und Gesundheit (WaGe) für das Ärzte- und Pflegepersonal der neonatologischen und pädiatrischen Intensivversorgung bereit.
Das Modul soll im Rahmen der Notfallversorgung den Kontakt zwischen Helfern und Neugeborenen, den Helfern untereinander und zum näheren Umfeld wie z.B. zu den Eltern des Neugeborenen verbessern. Darüber hinaus unterstützt es das Ärzte- und Pflegepersonal bei einem gesundheitsfördernden Umgang mit den extremen Belastungssituationen.

Zentrale Inhalte des Moduls sind:

Individuelle Behandlungen der Ärzte und Pflegekräfte mit Ergosoma, um die körperlichen Selbstregulationsmechanismen der Helfer und ihre Eigenwahrnehmung anzuregen
und Workshops zur Förderung empathischer Wahrnehmungs- und Handlungskompetenzen durch kontemplative Koordinations- und Fokusübungen, als auch durch dialogisches und interaktives Gestalten mit unterschiedlichen ästhetischen Medien.
Die Einführung des Moduls wird von einer wissenschaftlichen Studie begleitet, um den Nutzen und die Nachhaltigkeit der Maßnahme zu sichern.

Gefördert von der

Entwicklung eines Modells zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Demenz im Museumsraum (abgeschlossen)

Das International Institute for Subjective Experience and Research (ISER) entwickelt ein Modell zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Demenz im Museumsraum. Ziel des Vorhabens ist es, die Teilhabe alterserkrankter Menschen im gesellschaftlichen Leben zu erhalten und zur Verbesserung ihrer Lebensqualität, Handlungskompetenz sowie sozialen Integration und damit zur Vermeidung drohender Isolation und Vereinsamung beizutragen.

Laufzeit des Projektes: 01.10.2012 – 30.09.2015

Studienleitung: Prof. Peter Sinapius

Wissenschaftliche Mitarbeiter: Michael Ganß, Sybille Kastner

Drittmittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung

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