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Self-Affirmation als Minimalintervention in klinischer Regelversorgung

Die Menschen haben ein grundlegendes Bedürfnis, ihre persönliche Integrität im globalen Sinn zu erhalten. Ereignisse, die die Selbstintegrität bedrohen, erzeugen Stress und Selbstschutzreaktionen, die die Leistungsfähigkeit und die persönliche Entwicklung behindern können. Eine Intervention, die als Selbstbejahung bekannt ist, kann diese negativen Ergebnisse begrenzen oder vermindern.

Selbstbestätigungs-Interventionen

Selbstbejahungs-oder auch Selbstbestätigungs-Interventionen sind typischerweise so aufgebaut, dass Menschen etwas über ihre persönlichen Grundwerte im Rahmen einer kurzen Befragung aussagen und/oder aufschreiben. Die hierin enthaltene Intervention führt zu einem expansiveren Blick auf das Selbst und die eigenen Ressourcen. Diese versteckte Intervention reduziert die Implikationen für eine Bedrohung der persönlichen Integrität. Rechtzeitige Selbstbejahungs-Interventionen haben gezeigt, dass davon positive Effekte auf Bildung, Gesundheit und soziale Beziehungen ausgehen. Verbunden mit Vorteilen, die manchmal für Monate oder Jahre bestehen bleiben. Wie andere Interventionen und Erfahrungen können Selbstbejahungs-Interventionen vor allem dann langfristige Vorteile bringen, wenn sie auf ergänzende Potentiale und eine positive Rückkoppelungsschleife zwischen dem Selbst-System und dem sozialen System treffen.

Studie an der Hochschulambulanz

In der aktuellen Studie an der Hochschulambulanz füllen Erstpatienten vor Beginn jedweder psychotherapeutischen Kontakte und Interventionen einen Self-Affirmation Fragebogen und ergänzend einen Optimismus-Fragebogen aus. Die Teilnehmer werden zufällig ausgewählt. Nur jeder zweite Erstpatient erhält den Fragebogen. Die Daten werden digital erhoben. Ziel ist zu ermitteln, ob und wie stark ein positiver Effekt bei Patienten mit einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung ist und wie sich dieser auf den Behandlungsverlauf und die Behandlungsdauer auswirkt.