Sie sind hier:

Exercise and Health

Profil des Forschungsclusters

Das Thema »Exercise and Health« soll im Rahmen des Forschungsclusters aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden. Es werden sowohl die gesundheitlichen Auswirkungen von Leistungssport (z.B. Verletzungen, Überlastungs- und Langzeitschäden) als auch die gesundheitsfördernden Effekte von körperlicher Bewegung untersucht. Die Zielgruppen reichen vom Leistungssportler über den gesunden Freizeitsportler bis hin zum erkrankten Menschen, bei dem Sport und Bewegung verstärkt therapeutisch/rehabilitativ und sekundär/tertiär präventiv genutzt werden.

Der Forschungscluster umfasst im Wesentlichen drei wissenschaftliche Bereiche, die in einer engen inhaltlichen Verknüpfung zu betrachten sind:

  • Prävention, Diagnostik und Behandlung von Verletzungen, Überlastungsschäden und Langzeitfolgen bei Leistungssportlern sowie Trainingsoptimierung und die Übertragung der gewonnenen Ergebnisse auf die Allgemeinbevölkerung und Patienten,
  • Körperliche Aktivität und Training zur Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention, Behandlung und Rehabilitation von physischen und psychischen Erkrankungen (»Exercise is Medicine«),
  • Verbesserung von kognitiver Funktion und motorischem Lernen in der (neurologischen/geriatrischen) Rehabilitation.

Innovativ an dieser Ausrichtung ist der Transfer von sportwissenschaftlichen und sportmedizinischen sowie lern- und neuropsychologischen Erkenntnissen auf die Behandlung von neurologischen, internistischen, orthopädischen, psychiatrischen und geriatrischen Patienten.

Wissenschaftliche Bereiche im Forschungscluster Exercise and Health

Gesundheit und Leistung in Sport und in der Gesellschaft

Der Bereich Gesundheit und Leistung in Sport und in der Gesellschaft umfasst die Disziplinen

  • Sportmedizin,
  • Sport- und Bewegungswissenschaften sowie Sportpsychologie,
  • Orthopädie,
  • Innere Medizin,
  • Neurologie,
  • Radiologie und andere medizinische Fachgebiete.

Dabei beinhaltet dieser Bereich sowohl sportwissenschaftliche Projekte als auch Studien zu Epidemiologie, Risikofaktoren und Prävention von Verletzungen und Erkrankungen im Leistungssport. Derzeit werden an der MSH mehrere Studien zu Verletzungen, Langzeitfolgen und psychischen Problemen von Leistungssportlern durchgeführt.

Exercise is Medicine

Im Bereich Exercise is Medicine arbeiten Experten zusammen aus den Bereichen

  • Neurologie,
  • Geriatrie,
  • Innere und Allgemeine Medizin,
  • Orthopädie,
  • Psychiatrie,
  • Rehabilitationsmedizin,
  • Sport- und Bewegungswissenschaften,
  • Sportpsychologie,
  • Physiotherapie,
  • Sporttherapie,
  • Neuropsychologie,
  • Pädagogik und Gesundheitsökonomie.

Im Mittelpunkt dieses Bereichs stehen die körperliche Aktivität zur Behandlung chronischer Krankheiten sowie die Frage der Dosis-Wirkungsbeziehung. Damit ist gemeint, wie Therapie- und Trainingspläne gestaltet werden müssen, damit erfahrungsabhängige neuroplastische Prozesse (Wachstumsfaktoren, Blutfluss, Immunsystem, Neurogenese, Metabolismus) optimal im Sinne einer Sekundär- und Tertiärprävention zur Verlaufsmodulation neurodegenerativer, neurovaskulärer und chronisch-entzündlicher Erkrankungen sowie in der Altersmedizin genutzt werden können.

Bereich Kognitive Funktionen und motorisches Lernen

Der Bereich Kognitive Funktionen und motorisches Lernen umfasst die Disziplinen

  • Neurologie,
  • Rehabilitationsmedizin,
  • Geriatrie,
  • Sport- und Bewegungswissenschaften,
  • Physiotherapie, Sporttherapie,
  • Neuropsychologie und
  • Allgemeine Psychologie.

Neben aerobem Training ist zielorientiertes Training im Sinne von motorischem Lernen ein weiterer Aspekt von Sport, der neuroplastische Prozesse anstößt. Dabei sind die Lernprozesse für neue Bewegungen im gesunden Hirn (eines Sportlers) in vielen Dingen vergleichbar zu den Prozessen, wie sie beim Wiedererlernen von Bewegungen (z.B. nach Schlaganfall) ablaufen bzw. sind mit ähnlichen Fragen zu Dosis-Wirkungsprinzipien behaftet. Obwohl sich die Physiotherapie von Patienten mit zentralen Nervenschädigungen in den letzten 20 Jahren zu einem fördernden und aktivierenden Ansatz geändert hat (repetitives Training), ist weiterhin unklar, wie Rehabilitationspläne inhaltlich strukturiert sein sollten, um ein möglichst effektives Ergebnis zu erlangen. Auch werden Einflüsse von Kontextfaktoren (z.B. Schlaf, Depression, Interferenzphänomene, Medikation etc.), die Lernen im Therapiealltag positiv oder auch negativ beeinflussen können, in der Praxis bisher kaum beziehungsweise nicht berücksichtigt. Neben der körperlichen Aktivität und dem motorischen Lernen sind auch das Training der kognitiven Leistungsfähigkeit, exekutiver Funktionen, Handlungs- und Aufmerksamkeitskontrollen bei einigen Krankheitsbildern relevant.

Aktuelle Projekte im Forschungscluster Exercise and Health