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»Brain & Mind« Veranstaltungsrückblicke

– From Concrete to Abstract

»Synaesthesia and the Brain« am 10. Mai 2022

Zum Thema »Synaesthesia and the Brain« richtete die MSH zum ersten Mal ein Event der Reihe »Brain & Mind« in Hamburg aus. Dr. Anita Avramides – Moderatorin des Abends und Mitbegründerin der Eventreihe – und Referent Prof. Dr. Michael Martin reisten beide aus Oxford an, um an der Veranstaltung teilzunehmen und das spannende Thema Synästhesie aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

In gemütlicher Atmosphäre startete Prof. Dr. Jutta Peterburs, Professorin für Klinische Psychologie an der MSH, zunächst grundlegend in das Thema. Was ist Synästhesie? Welche verschiedenen Arten von Synästhesie sind bekannt? Ihr Vortrag beleuchtete das große Interesse der Neurowissenschaft an dem Phänomen, da dies einzigartige Einblicke in Gehirnprozesse gewährt, die der sensorischen Verarbeitung und der multisensorischen Integration zugrunde liegen. Drei neurowissenschaftliche Theorien stellte sie dabei genauer vor. Direkt im Anschluss berichtete Prof. Dr. Janina Neufeld, Professorin für Neurodevelopment-Störungen am Karolinska Institutet (Schweden), von ihrer Forschung über den Zusammenhang zwischen Synästhesie und psychischer Gesundheit. Bis heute ist unklar, auf welche Weise Synästhesie mit psychischen Erkrankungen zusammenhängt – häufig tritt sie aber bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASC) auf sowie psychischen Erkrankungen, die oft gemeinsam mit ASC auftreten. In Ihrem Vortrag beleuchtete Prof. Neufeld die bisher verfügbaren Erkenntnisse in diesem Spannungsfeld und stellte auch Auszüge ihrer eigenen Studien an Zwillingen vor.

Nach einer kurzen Diskussionsrunde mit interessierten Fragen erzählte Prof. Dr. Michael Martin, Professor für Mentale Psychologie an der University of Oxford, wie er das Phänomen Synästhesie aus Sicht der Psychologie wahrnimmt: als Einblick in eine ganz andere, poetischere Welt, in der verschiedene Sinne auf überraschende Weise miteinander vermischt werden. In seinem Vortrag konzentrierte er sich auf die inzwischen recht umfassend erforschte farbgraphematische Synästhesie – bis hin zur Frage, wie Synästhesie und Metapher eigentlich zusammenhängen.

Der Abend schloss mit einer langen und umfassenden Diskussionsrunde und einem Abendessen mit Zeit und Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen. Vielen Dank an die Referierenden und das interessierte Publikum sowie das St. Hilda’s College für die Zusammenarbeit.

»Colour and the Brain« am 01. Februar 2022

Die zweite Veranstaltung der Reihe »Brain & Mind« in Kooperation mit dem St. Hilda’s College der University of Oxford widmete sich dem Thema »Colour and the Brain«. Dr. Fernando Nodal, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Neurowissenschaft am St. Hilda’s College, Dr. Hannah Smithson, Professorin für experimentelle Psychologie am Pembroke College in Oxford und Dr. Will Davies, Professor der Philosophie am St. Anne’s College in Oxford beleuchteten aus ihrer jeweiligen Perspektive das Thema Farbe.

Dr. Fernando Nodal startete mit den neuronalen Grundlagen zum Thema Farbe und Farbwahrnehmung und veranschaulichte in seinem Vortrag, warum »der Regenbogen zwar unendlich viele Farben hat, aber nachts alle Katzen grau sind.« Kleine optische Tricks und Täuschungen ergänzten den Vortrag und regten zum Mitmachen an. Dr. Hannah Smithson ergänzte diese Perspektive mit den neuropsychologischen Grundlagen der Wahrnehmung und zeigte Studienergebnisse, die eine genetische Vererbung des Farbsehens nahelegen. Nach einer ersten Fragerunde startete Dr. Will Davies in den letzten Vortrag des Abends und nahm eine philosophische Perspektive ein: Warum nehmen wir Farben wahr und welchen Nutzen hat diese Fähigkeit für uns Menschen als soziale Wesen?

Der Abend schloss mit einer kurzweiligen Diskussion bei Snacks und Getränken. Vielen Dank an die Teilnehmenden und das St. Hilda’s College für die Organisation. Die nächste Veranstaltung der Reihe zum Thema »Synesthesia and the Brain« wird am 10. Mai in Hamburg organisiert.

»Brain and the Pain« am 04. November 2021

Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe im Wintersemester 2021/22 war Prof. Dr. Ulf Baumgärtner aus dem Department Medizin zu Gast in Oxford und beleuchtete gemeinsam mit Dr. Emma Fisher, Forscherin und Psychologin an der University of Bath und Dr. David Bain, Professor für Philosophie an der University of Glasgow verschiedene Dimensionen von Schmerz und deren Bedeutung für Psyche, Geist und Körper. Prof. Dr. Baumgärtner legte die medizinischen Grundlagen und zeigte auf, wie Körper und Gehirn Schmerzsignale empfangen und verarbeiten. Dr. Fisher stellte verschiedene Studien zu Schmerztherapien und deren Erfolg bei Kindern und Heranwachsenden vor und betonte, wie wichtig es sei, Schmerz bereits bei jungen Patientinnen und Patienten ernst zu nehmen, weil er die Betroffenen in allen Lebensbereichen einschränkt und belastet. Schließlich beschrieb Dr. Bain anschaulich und anhand von Beispielen das ungewöhnliche Phänomen, Schmerz als nicht unangenehm zu empfinden. Der Abend schloss mit spannenden Diskussionen bei einem gemeinsamen Hybrid-Dinner in England und Hamburg – verbunden über Livestream.

Veranstaltungsorganisation

Dr. Katrin Deja

Dr. Katrin Deja

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